Quecke
Die Kriech-Quecke (Elymus repens) ist eine Art aus der Familie der Süßgräser (Poaceae). Der Name der Quecke ist aus queck, quick = „zählebig“ entstanden. Dieses Gras ist nahezu weltweit verbreitet. Sie stellt eine Pionierpflanze auf fast allen Böden dar.
Die Quecke ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 50 bis 120 (150) Zentimeter erreicht, wobei insbesondere sterile Triebe sehr hochwüchsig sind. Die Pflanzen bilden Horste oder, mit Hilfe von kriechenden Ausläufern, große Flecken. Die Halme sind kahl, aufrecht oder unten gebogen und weisen drei bis fünf Knoten auf. Die schlaffen Blätter sind grün und dabei abwischbar blau bereift. Ihre Spreiten werden 6 bis 30 Zentimeter lang, 3 bis 5 (10) Millimeter breit, sind flach gerippt, oberseits rau und haben am Grund bewimperte, stängelumfassende Öhrchen. Das Blatthäutchen ist weniger als einen Millimeter lang und häutig.
Die schlanken, endständigen Ähren werden etwa 5 bis 20 (30) Zentimeter lang; ihre 10 bis 20 Millimeter langen Ährchen sitzen locker bis dicht. Diese weisen spitze, lanzettliche Hüllspelzen auf, die 5-nervig sind und länger als das halbe Ährchen. Ihre Deckspelzen sind grannenlos oder kurz begrannt. Insgesamt ist die Kriech-Quecke ein außerordentlich variabel aussehendes Gras. Die Quecke blüht und bildet etwa 50 Samen erst im zweiten Jahr. Blütezeit ist in Mitteleuropa von Juni bis August. Die Keimtiefe der Samen beträgt etwa 5 cm.
Verwendung in der Heilkunde
Die getrockneten Rhizome und Wurzeln werden als Teedroge eingesetzt und kommen als Fertigarzneimittel auf den Markt. Sie werden traditionell als harntreibendes Mittel bei Entzündungen der Harnwege oder zur Vorbeugung von Nierengrieß verwendet. Als Inhaltsstoffe konnten nachgewiesen werden: Polysaccharide, vor allem Fructan und Tridicin, Zuckeralkohole, Schleimstoffe, Kieselsäure, wenig ätherisches Öl mit dem Polyinkohlenwasserstoff Agropyren und p-Hydroxyzimtsäure. Welche Komponenten für die Wirkung der Droge verantwortlich sind, ist unklar. Darüber hinaus wurde Quecke auch zur Blutreinigung und Behandlung von Unterleibsbeschwerden verwendet.
Homöopathie
In der anthroposophischen Medizin sind Zubereitungen der Quecke für Erkältungskrankheiten wie Schnupfen, Stirnhöhlenkatarrh, Mandelentzündung (Angina tonsillaris) und grippale Infekte zugelassen.
Arzneimittel: z.B. Agropyron repens comp.
Verwendung in der Küche
In den GUS-Staaten wird die Quecke auch als Nahrungsmittel verwendet. Die Ausläufer werden im Herbst oder Frühjahr geerntet wenn sie sich noch in Winterruhe befinden und nicht austreiben. Der Geschmack der Pflanze ist erst stärkeartig, dann süßlich. Die Wurzeln kann man so lange das Gras nicht wächst trocknen und dann zu Mehl zermahlen. Es eignet sich zum Strecken von Getreidemehl. Frisch werden die Ausläufer zum Garnieren von Salaten verwendet oder gekocht zu Suppen gegeben. Des Weiteren wurden die Ausläufer auch zu Sirup verarbeitet oder geröstet als Kaffee-Ersatz und zur Alkoholgewinnung verwendet.
| Wasserbedarf | normal |
Standort
Die Art kommt auf Ackerflächen, nährstoffreichen Wiesen („Jauchewiesen“), überweideten Weiden, an Wegen, in Ufersäumen und in Unkrautgesellschaften vor, etwa an Dämmen oder Schuttplätzen. Es handelt sich um eine Halblichtpflanze, die vor allem an stickstoffreichen Standorten wächst. Es ist eine Ordnungscharakterart halbruderaler Pionier- und Lockerrasen-Gesellschaften (Elymetalia repentis).
Verbreitung & Vorkommen
Die Verbreitung erstreckt sich über die ganze Nordhalbkugel.
Inhaltsstoffe
Quecke enthält in 100 g 5 bis 6 % Eiweiß, 30 bis 40 % Zucker und 10 % Mehrfachzucker. Zusätzlich sind 150 mg Vitamin C und 6 mg Karotin nachweisbar. Als weitere Stoffe sind noch Inulin und Inosit, sowie geringe Mengen von Saponine und Valline enthalten
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