Bleicher Schöterich - Erysimum crepidifolium

Familie: Brassicáceae
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Giftpflanze

<b>Bleicher Schöterich - <i>Erysimum crepidifolium</i></b>
Bleicher Schöterich - Erysimum crepidifolium
Bildquelle: Wikipedia User Fornax; Bildlizenz: CC BY-SA 3.0;

Erysimum: gr. Pflanzenname von eryesthai = retten (wg. der Heil­wir­kung); "Schöterich"

andere Namen: Gänsesterbe, Pippaublättriger Schöterich


Der Bleiche Schöterich ist eine zweijährige krautige Pflanze, die in der Regel Wuchshöhen zwischen 15 und 60 cm erreicht. Am aufrecht wachsenden Stängel befinden sich ganzrandige bis buchtig gezähnte Laubblätter. Sie sind vorwiegend mit zweistrahligen (kompassnadelförmigen) Sternhaaren besetzt.

Die geruchlosen, zwittrigen und vierzähligen Blüten sind ziemlich groß und erreichen Längen von 9 bis 15 mm. Die vier Kronblätter sind von hell schwefelgelber Farbe. Es sind sechs Staubblätter vorhanden. Der Griffel endet in einer kopfigen Narbe. Die Blütezeit des Bleichen Schöterichs erstreckt sich vorwiegend über die Monate April bis Juli, seltener können aber auch noch Pflanzen bis in den Herbst hinein blühen.

Die 20 bis 70 mm langen Schoten sind grau-grünlich gefärbt, stumpf vierkantig und besitzen 3 bis 5 mm lange Fruchtstiele.

Die Art hat die Chromosomenzahl 2n = 14.


Standort

Der Bleiche Schöterich wächst in Trockenrasengesellschaften. Sie bevorzugt warme Stein- und Felsböden (Kalk, Dolomit, Porphyr, Phonolith). Sie ist in Mitteleuropa lokal eine Charakterart des Diantho-Festucetum aus dem Verband der Seslerio-Festucion-Verbandes. Sie kommt aber auch in lückigen Festuco-Brometea-Gesellschaften oder halbruderal in Agropyretalia-Gesellschaften vor.

Verbreitung/Vorkommen

Diese Art kommt vom Balkan bis Süd- und Mitteldeutschland vor. In Deutschland ist der Bleiche Schöterich recht selten. Häufiger findet man ihn im mittleren Saale- und Nahetal. Fundorte gibt es auch noch in Nordbayern und in Südwestdeutschland. Die Art fehlt in der Schweiz und in Österreich.

Giftigkeit

Der Bleiche Schöterich ist in allen Teilen, besonders aber in den Samen stark giftig. Hauptwirkstoffe in den Samen sind mindestens 20 Cardenolidglykoside (3,5 %). Das Hauptglykosid ist Erysimosid (circa 2,3 %), aus dem durch Abspaltung der Glukose das Sekundärglykosid Helveticosid (0,5-1,2 %) entsteht. Der höchste Gehalt an Erysimosid und Halveticosid liegt zur Reifezeit und während der Trocknung vor.

Vergiftungserscheinungen beim Menschen traten bisher noch nicht auf, während Massensterben von Gänsen bekannt wurden. Gefährdet sind auch Kaninchen; für Hühner soll die Pflanze aber nicht giftig sein. Das Fressen der Pflanzen durch Gänse (daher der Name „Gänsesterbe“) oder Kleinsäuger führt schnell zu Muskellähmungen, woran die Tiere schließlich sterben.
Gemmoextrakt: Tilia tomentosa - SilberlindeDr. Koll GemmoKomplex Nr. 2Dr. Koll Pflanzenextrakt: Gelber Enzian – Gentiana luteaDr. Koll Pflanzenextrakt: Darm aktiv - Dr. Koll

Bleicher Schöterich - Garten/Anbau

Boden Beschaffenheit: +/- humoser Boden; steiniger Boden / Kies / Grus;
Boden Feuchte: mäßig trocken; trocken;
Boden Nährstoffgehalt: basenreich;

Sonstiges

Der Bleiche Schöterich kann vor allem mit dem Steifen Schöterich (Erysimum hieraciifolium) sowie mit dem Harten Schöterich (Erysimum marschallianum) verwechselt werden. Von diesen unterscheidet er sich insbesondere durch die Art der Behaarung.

Literatur

Bildquellenverzeichnis



Diese Webseite verwendet Cookies. Hier erfahren Sie alles zum Datenschutz