Vegetative Merkmale
Das Deutsche Filzkraut wächst als sommergrüne, einjährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 10 bis 40 Zentimetern. Die oberirdischen Pflanzenteile sind grau-weiß, wollig-filzig behaart. Die Laubblätter sind linealisch-lanzettlich mit einer Breite von 1 bis 3 Millimetern und an ihrem Rand häufig wellig.
Generative Merkmale
Die Blütezeit reicht von Juli bis September. Es werden nicht von den Blättern überragte Knäuel mit 20 bis 40 körbchenförmige Blütenstände gebildet. Die inneren Hüllblätter haben über der Mitte einen rosafarbenen Fleck in Halbmondform. Die mittleren Hüllblätter haben einen gewölbten Rücken und sind fast kahl.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 28.
Ökologie
Beim Deutschen Filzkraut handelt es sich um einen mesomorphen, skleromorphen Therophyten.
Es erfolgt Bestäubung durch Insekten und Selbstbestäubung, Klettausbreitung, sowie Ausbreitung durch Wind sowie Ameisen.
Standort
Das Deutsche Filzkraut wächst im Sandtrockenrasen auf trockenen, sandig-kiesigen Ruderalstellen, extensiv genutzten Ackerflächen und Brachen. Es ist in Mitteleuropa eine Charakterart des Filagini-Vulpietum aus dem Verband Thero-Airion, kommt aber auch in Gesellschaften des Aperion- und des Caucalidion-Verbands vor. In Südeuropa ist sie eine Art der Ordnung Thero-Brachypodietalia.
Verbreitung & Vorkommen
Das Deutsche Filzkraut ist in Europa und Westasien verbreitet. Es ist ein meridionales, temperates und ozeanisches Florenelement.
In Deutschland gilt das Deutsche Filzkraut als stark gefährdet und kommt selten in Baden-Württemberg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein vor.
In Österreich tritt das Gewöhnlich-Filzkraut sehr selten in den Bundesländern Wien, Niederösterreich, Burgenland, Steiermark und Tirol in der collinen Höhenstufe auf. Es gilt als vom Aussterben bedroht. In Oberösterreich und Kärnten ist es bereits ausgestorben.
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