Spitzblütige Binse - Juncus acutiflorus

Familie: Juncaceae
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Sauergräser

<b>Spitzblütige Binse - <i>Juncus acutiflorus</i></b>
Spitzblütige Binse - Juncus acutiflorus
Bildquelle: Wikipedia User AnRo0002; Bildlizenz: Public Domain;

Juncus: lat. Pflanzenname, lat. jungere = zusammenbinden (wg. der Nut­zung als Flechtmaterial); "Binse"
acutiflorus: spitzblütig


Spitzblütige Binse - Juncus acutiflorus; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Deutschlands Flora in Abbildungen 1796">Deutschlands Flora in Abbildungen 1796</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/publicdomain/deed.de" target=_blank title="Public Domain">Public Domain</a>;

Die Spitzblütige Binse ist eine formenreiche ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 30 bis 100 Zentimeter erreicht. Sie bildet ein kriechendes Rhizom und lange Ausläufer. Der Stängel ist meist aufrecht. Die Laubblätter sind in Blattscheide und Blattspreite gegliedert. Die Öhrchen der Blattscheide sind bräunlich, kurz und ziemlich derb. Die Blattspreite ist bei einem Durchmesser von etwa 3 Millimeter im Querschnitt nahezu rund und innen hohl, ohne jegliches Mark.

Der Blütenstand wie bei allen Binsengewächsen eine Spirre. Die innere Perigonblätter sind länger als die äußeren und die inneren stachelspitzig, die äußeren nur zugespitzt; sie sind kastanienbraun mit schmalen häutigen Rand. Die Blütezeit ist Juli bis August.

Die auffällig schnabelartige Kapselfrucht ist bei der Reife verlängert und enthält nur wenige Samen. Die Samen sind etwa wie eine Zitrone geformt.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 40.

Die Spitzblütige Binse ist ein Hemikryptophyt. Die Samen breiten sich als Körnchenflieger aus.


Standort

Die Spitzblütige Binse gedeiht am besten auf staunassen, aber wenigsten gelegentlich austrocknenden, nährstoffreichen Böden, die schlammig, moorig oder aber humusarm sein können. Sie wächst unter geeigneten Bedingungen auch auf frisch aufgeworfenem Erdreich. Sie steigt kaum bis in Höhenlagen von über 1700 Meter auf und fehlt in Mitteleuropa gebietsweise ganz; insgesamt ist sie dort selten. In den Allgäuer Alpen steigt sie bis zu 1100 Metern Meereshöhe auf. Sie ist in Mitteleuropa eine Charakterart des Juncetum acutiflori aus dem Verband Juncion acutiflori, kommt aber auch in Gesellschaften der Verbände Molinion oder Caricion fuscae vor.

Verbreitung/Vorkommen

Bei der Spitzblütigen Binse handelt es sich um eine subatlantische (bis submediterrane) Art. Sie kommt hauptsächlich in Europa vor. Isolierte Vorkommen gibt es in der Türkei, im Iran, in Syrien und Israel. Sie wurde in Neufundland und in Neuseeland eingebürgert. In Europa ist die Art im Westen weit verbreitet. Im Norden reichen die Vorkommen bis zu den Shetlandinseln, nach Dänemark und Südnorwegen, im Osten bis an das Schwarze Meer. Im Mittelmeergebiet ist sie meist selten. In Deutschland kommt die Spitzblütige Binse im Norden und im Süden (mit größeren Verbreitungslücken) vor.
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Literatur

Bildquellenverzeichnis



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