Gewöhnliche Katzenminze - Nepeta cataria

Familie: Lamiáceae - Lippenblütler
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Heilpflanze Rauschpflanze Teepflanze Mischkultur Biogarten

Gewöhnliche Katzenminze - Nepeta cataria
Gewöhnliche Katzenminze - Nepeta cataria
Bildquelle: Wikipedia User Holger Casselmann; Bildlizenz: CC BY-SA 3.0;

Nepeta: n. d. Stadt Nepete (in Etrurien, Mittelitalien); "Katzenminze"
cataria: lat. catta = Katze

Der Name „Katzenminze“ rührt daher, dass geschlechtsreife Katzen von dem Geruch der Katzenminze (Nepetalacton) angezogen werden (die Gründe dafür sind unklar – eine Wirkung als Aphrodisiakum kann ausgeschlossen werden, da auch kastrierte und sterilisierte Katzen auf Nepeta ansprechen). Die Reaktion der Katzen ist genetisch bedingt, und nur bei etwa 50 Prozent der Katzen ausgeprägt; Jungtiere und sehr alte Katzen zeigen nur geringe Anziehung. Nicht nur die Hauskatze, auch Großkatzen (Löwe, Tiger) werden angezogen; Ratten soll der Geruch hingegen vertreiben.

Gewöhnliche Katzenminze - Nepeta cataria; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Carl Axel Magnus Lindman Bilder ur Nordens Flora 1901-1905">Carl Axel Magnus Lindman Bilder ur Nordens Flora 1901-1905</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/publicdomain/deed.de" target=_blank title="Public Domain">Public Domain</a>; Gewöhnliche Katzenminze - Nepeta cataria; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Franz Xaver">Wikipedia User Franz Xaver</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>; Gewöhnliche Katzenminze - Nepeta cataria; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Arria Belli">Wikipedia User Arria Belli</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>;

Die 60 bis 100 Zentimeter groß werdende mehrjährige (perenne) Pflanze hat verzweigte, vierkantige, hohle Stängel (Kollenchymstränge, offen–kollaterale Leitbündel) und kreuzgegenständige Blätter, der aufrechte Stängel ist bis zum Grund filzig behaart. Die deutlich gestielten zugespitzten Blätter sind drei bis sieben Zentimeter lang, ei-herzförmig, am Rand sägezähnig gekerbt, auf der Unterseite sind sie graufilzig und an der Oberfläche grau-grün und weichhaarig (Drüsenhaare).

Von Juli bis September erscheinen weiße bis blassblaue (selten auch rötliche) zygomorphen Blüten, in entfernten, armblütigen (1- bis >20-blütige) Scheinquirlen (Cymen), mit ährenartigen Blütenständen, Unterlippe der Blumenkrone in Aufsicht insgesamt muschelförmig bis schüsselförmig vertieft-gewölbt und gekerbt, purpurn gefleckt, der Kelch ist regelmäßig fünfzähnig, die Kelchzähne schräg. Die Staubblätter ragen nicht über die Oberlippe hinaus, die vier Staubblätter und der Griffel sind länger als die Blumenkronröhre. Die Blüten bestäuben sich teilweise selbst, ansonsten Insektenbestäubung durch Hautflügler wie Bienen und Hummeln. Die Blüten sitzen dicht gedrängt in den Achseln gewöhnlicher oder zu Hochblättern (Brakteen) umgebildeter Laubblätter.

Nepeta cataria bildet Klausenfrüchte mit vier Samenanlagen (da vier Staubblätter, zwei kurze und zwei lange). Die Samen sind braun, rundovale, 1 mm breit und 1,5 mm lang; sie bleiben fünf Jahre keimfähig. Auf der einen Seite sind die Samen homogen, auf der anderen ist eine Vertiefung in Längsrichtung und eine weiße Markierung an der Unterseite sichtbar.

Die Pflanze besitzt einen angenehmen, herben, zitronenartigen an Minze erinnernden Geruch.



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Standort

Die Pflanze ist in Mitteleuropa seit Mitte des 18. Jahrhunderts verwildert und kommt heute zerstreut an Hecken, auf Schuttplätzen und Weg- bzw. Straßenrändern vor, vielfach wieder verschwunden (Oberrhein-, Neckar- und Maingebiet, Saale- und Unstrutgebiet, Jura, Alpenvorland, Weserbergland, Schleswig-Holstein, in ganz Europa), bis 900 m. Dabei bevorzugt sie mäßig trockenen, nährstoffreichen Boden, meist sandiger oder steiniger Lehmboden, und ist sommerwärmeliebend sowie etwas stickstoffliebend. Sie ist nicht salz- aber trockentolerant.

Verbreitung/Vorkommen

Die Katzenminze ist in Südeuropa, Asien und Afrika heimisch.

Die Katzenminze wird in mehreren Zuchtformen als Beet- und Schnittstaude verwendet. Auch anderer Arten der Gattung Nepeta werden gepflanzt.

Inhaltsstoffe

Bis zu 0,2 bis 0,7 % ätherisches Öl, das hauptsächlich aus ?- und ?-Nepetalacton (zu 10 bis 95 % im Öl), Nepetalsäure (zu 10 bis 85 % im Öl), Epinepetalacton (zu 1–28 % im Öl), Citronellol, Geraniol, ?- und ?-Citral und in geringeren Mengen auch Campher, Thymol, Carvacrol, Citronellal, Nerol, Humulen, Caryophyllen, Farnesen, Myrcen, Piperiton und Pulegon besteht. Das Öl von Nepeta faassenii besteht bis zu 40 % aus Menthol und bis zu 10 % aus Menthon, Epinepetalacton (= trans-cis-Nepetalacton, Hauptbestandteil) und freier Ursolsäure.

* Iridoide und Derivate wie ?- und ?-Nepetalacton, Epinepetalacton, Dihydronepetalacton, Isodihydronepetalacton, Nepetalsäure, 7-Deoxylogansäure und Epideoxylogansäure
* Flavonoidglycoside und lipophile Flavonoide
* Fettsäuren wie Linolensäure (57 %), Linolsäure (18 %), Ölsäure (12 %), gesättigte Säuren (6 %)
* Phenolcarbonsäuren wie Rosmarinsäure
* Alkaloide wie (?)-Actinidin
* Etwas Tannin und Melanin

Verwendung in der Pflanzenheilkunde

Aus Katzenminze-Blättern kann Tee zubereitet werden. Die Volksmedizin schreibt ihm Linderung bei Erkältung, Grippe und Magenverstimmung zu, er gilt als fiebersenkend und schweißtreibend, krampflösend, entgiftend, harntreibend und leicht euphorisierend. Er soll auch bei chronischer Bronchitis helfen und aufgrund seiner antibakteriellen Eigenschaften Infektionen vorbeugen. Studien in den 1970er Jahren zeigten, dass er eine beruhigende Wirkung besitzt. Vor dem Essen wirkt er appetitanregend, nach dem Essen verdauungsfördernd. Diese Wirkung wird von dem psychoaktiven Alkaloid Actinidin und den verschiedenen ätherischen Ölen verursacht. Früher wurden die Blätter auch gegen Zahnschmerzen gekaut.

Aus den frischen Blättern kann ein Tee (genauer ein Heisswasserextrakt) zubereitet werden. Für einen lagerfähigen Tee werden Blätter und Blüten in der Zeit zwischen Juli und August geerntet und an der Luft bei Raumtemperatur getrocknet. Der Tee soll bei der Zubereitung nicht bis zum Kochen erhitzt werden, da sich sonst die ätherischen Öle mit dem Wasserdampf verflüchtigen.

Einen frühen Beleg für die Verwendung der Katzenminze und deren Heilwirkungen findet man im Jahre 827 im Lehrgedicht Liber de cultura hortorum des Abts Walahfrid Strabo. Weiterhin berichtet John Gerald 1597 in einem Pflanzenbuch über die Katzenminze.


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Gewöhnliche Katzenminze - Garten/Anbau

Boden Beschaffenheit: +/- humoser Boden; lehmiger Boden / Lehmboden; sandiger Boden / Sandboden; steiniger Boden / Kies / Grus;
Boden Feuchte: mäßig trocken;
Boden Nährstoffgehalt: nährstoffreich;
Gute Nachbarn: Aubergine - Garten-Petunie - Gewöhnliche Wiesen-Schafgarbe - Tagetes -

Die Vermehrung kann durch Stecklinge (April–Mai oder im Herbst), Teilung des Wurzelstocks (April-Juni) oder Aussaat (Keimdauer ein bis vier Wochen) erfolgen.

Die ideale Bodenbeschaffenheit für die meisten Nepeta-Arten ist ein leicht sandiger, lockerer, lehmiger Boden mit einem pH-Wert von 6,4. Die Katzenminze ist aufgrund insektenabstoßender Stoffe selten von Schädlingen, abgesehen von Schnecken, befallen.

Sonstige Verwendung

Die Blätter wirken geraucht leicht halluzinogen.

Sonstiges

Im 15. Jahrhundert verwendete man die frischen Blätter zum Würzen von Fleisch.

Literatur




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Wie baue ich eine Kräuterspirale? Leitfaden für die Gartenpraxis


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