Gemeine Pfingstrose - Paeonia officinalis

Familie: Pfingstrosengewächse

Kategorie: Heilpflanze  Garten  Giftpflanze  Bauerngarten  Garten-Tip  Schnittblume  Alpenpflanze  verwildernde Zierpflanze  

Gemeine Pfingstrose Info

officinalis: arzneilich, gebräuchlich

andere Namen: Benediktinerrose, Echte Pfingstrose, Bauern-Pfingstrose, Garten-Pfingstrose, Knopfrose, Kirchenrose, Kirchenblume, Buerrose, Pumpelrose, Gichtrose, Ballerose, Antonirose, Pfaffarose

Die Gemeine Pfingstrose (Paeonia officinalis) gehört zur Gattung der Pfingstrosen (Paeonia) in der Familie der Pfingstrosengewächse (Paeoniaceae).
Die rosa Päonie blüht meist um den 13. Juni, dem Tag des Hl. Antonius von Padua.
Sorten der Gemeinen Pfingstrose sind beliebte Zierpflanzen für Parks und Gärten.


Standort

Die Naturformen der Echten Pfingstrose gedeihen auf kalkreichen, meist flachgründigen, steinigen, sommertrockenen Berghängen und lichten Flaumeichen- und Hopfenbuchen-Gebüschen. Die Gemeine Pfingstrose wächst am Alpensüdhang in lichten Laubwäldern (Ostryo carpinifoliae-Fraxinetum orni und Übergänge zum Cephalanthero-Fagenion, Quercion pubescenti-petraeae) sowie in einmal jährlich gemähten oder dichter werdenden und verbuschenden Molinia arundinacea- oder Brachypodium pinnatum-Beständen (Sukzessionsstadien des Mesobromionerecti), in höheren Lagen wächst sie auch in natürlich waldfreien, artenreichen Trockenrasen (Lebensraumtyp: 6.3.5 (4.2.4).

Ökologische Zeigerwerte nach Ellenberg: F2 R4 N3 H3 D3 L3 T3 K2. Späte Beweidung scheint die Echte Pfingstrose gut zu vertragen.

Verbreitung/Vorkommen

Die Echte Pfingstrose ist ein südeuropäisches Florenelement. Sie kommt im gesamten Mittelmeerraum von Portugal bis Albanien, in Kleinasien und Armenien vor. Nordwärts reicht das Areal bis in die Westalpen (in Frankreich), zum Südalpenrand (in der Schweiz und Italien), in die südlichen Ostalpen (in Slowenien) und in das Donaubecken Ungarns. In den nördlichen Alpen wurde sie eingebürgert oder ist in Zuchtformen verwildert (beispielsweise im Schweizer Mittelland und in Bayern).

In der Schweiz befinden sich ihre Standorte von der (kollinen bis) montanen bis subalpinen Höhenstufe in Höhenlagen zwischen 640 und 1680 Metern. In Italien sind Standorte bekannt in Höhenlagen von 100 bis 1800 Metern.

Giftigkeit

Die ganze Pflanze ist leicht giftig, vor allem die Blüten und Samen. Sie können Krämpfe, Magen-Darm-Entzündung, Erbrechen, Koliken und Durchfall verursachen.

Verwendung in der Pflanzenheilkunde

Schon Theophrast, Plinius und Dioskurides vertrauten auf die medizinische Wirkung der Pfingstrose. Wie viele andere Heilkräuter wurden Päonien im Mittelalter in den Klostergärten kultiviert. Von hier aus gelangten sie auch in die Bauerngärten. Heute werden das Rhizom, die Samen und vor allem die Blütenblätter der Pfingstrose gegen Gicht eingesetzt, daher auch die Bezeichnung Gichtrose. Theophrast hat übrigens empfohlen, die heilkräftigen Früchte der weißen Pfingstrose bei Nacht zu sammeln. Bei Tage könnte man vom Specht gesehen werden und das Augenlicht verlieren. Bis ins 19. Jahrhundert hinein wurde die Pfingstrose als Mittel gegen Epilepsie eingesetzt.

Die Samen der Pfingstrosen wurden auf Ketten aufgereiht und zahnenden Kleinkindern zum Kauen gegeben. In Bayern nannte man die Samen deshalb auch Appoloniakörner – zu Ehren der Heiligen Appolonia, der Patronin der Zahnleidenden.

Als Heilpflanze hat die Echte Pfingstrose heute keine praktische Bedeutung mehr.

Gemeine Pfingstrose Steckbrief

Blütenfarbe: rot, rosa oder purpurn; weiß;
Höhe/Länge von 60cm bis 1m
Blütezeit von Mai bis Juni
Lebensraum: Ebene; Gärten und Parks; Gebirge; Halbtrockenrasen; Mittelgebirge; Steinrasen, Steinschuttfluren; Trockenrasen; Wälder, Waldränder, Gebüsche, Lichtungen, Böschungen;
Blütenstand: Traube
Blattstellung: mittlere Stängelblätter wechselständig
Blattspreite: geteilt
Blattrand: ganzrandig;
Trockenfrüchte: Balgfrucht
Fruchtfarbe: schwarz;
Häufigkeit: häufig
Lebensdauer: ausdauerndes Kraut (Staude);
Höhenstufen: Hochlage (1500-3000m); Mittellage (450-1500m);
Höhenstufe min: 100m
Höhenstufe max. in den Alpen: 1800m
Lichtbedarf: Halbschatten;
Nährstoffbedarf: basenreich; nährstoffreich;
Bodenart: lehmiger Boden / Lehmboden; sandiger Boden / Sandboden; steiniger Boden / Kies / Grus;
Bodenfeuchte: frisch; mäßig frisch; mäßig trocken;

Gemeine Pfingstrose Systematik

Abteilung:
Spermatophyta - Samenpflanzen
Unterabteilung:
Angiospermae - Bedecktsamer
Klasse:
Dicotyledoneae (Magnoliopsida) - Zweikeimblättrige
Unterklasse:
Dilleníidae - Dillenienähnliche
Ordnungsgruppe:
Cistiflorae - Cistusblütige
Ordnung:
Paeoniales - Pfingstrosenartige
Familie:
Paeoniaceae
Gattung:
Paeonia
Art:
officinalis

Gemeine Pfingstrose Garten / Anbau

Pflanzung von 9 bis 9
Lichtanspruch: Halbschatten;
Boden Beschaffenheit: lehmiger Boden / Lehmboden; sandiger Boden / Sandboden; steiniger Boden / Kies / Grus;
Boden Feuchte: frisch; mäßig frisch; mäßig trocken;
Boden Nährstoffgehalt: basenreich; nährstoffreich;
Gemmoextrakt: Rubus idaeus - HimbeereDr. Koll Pflanzenextrakt: Darm aktiv - Dr. KollDr. Koll Pflanzenextrakt: Gelber Enzian – Gentiana luteaDr. Koll GemmoKomplex Nr. 2

Literatur

Bildquellenverzeichnis


Schütze diese Pflanze besonders!

ACHTUNG: Nicht pflücken, sammeln oder zertreten!
Diese Pflanze ist evtl. geschützt und steht auf der Roten Liste Schweiz! Kategorie VU (Verletzlich)


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