Heidelbeere - Vaccinium myrtillus

Familie: Ericaceae
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Heilpflanze immergrün Beerenpflanze Strauch Alpenpflanze

<b>Heidelbeere - <i>Vaccinium myrtillus</i></b>
Heidelbeere - Vaccinium myrtillus
Bildquelle: Wikipedia User Ies; Bildlizenz: CC BY-SA 3.0;

Vaccinium: lat. bacca = Beere; "Heidelbeere", "Prei­selbeere" etc.
myrtillus: Deminutiv zu Myrtus

andere Namen: Blaubeere, Schwarzbeere, Wildbeere, Waldbeere, Bickbeere, Zeckbeere, Moosbeere, Heubeere

Im Zentrum der „Blaubeerstadt“ Eggesin steht seit 2002 ein Denkmal zu Ehren der Blaubeere, und beim traditionellen Blaubeerfest Mitte Juli spielen Bilder, Textilien, Keramik, gedrechselte Motive sowie Marmeladen aus der Blaubeere eine große Rolle. Es wird auch jährlich eine Blaubeer-Königin gekürt.

Heidelbeere - Vaccinium myrtillus; Bildquelle: © <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Dr. med. Frank Meyer, Nürnberg, <a target=_blank href=http://www.fb.com/magischen11>www.fb.com/magischen11</a>">Dr. med. Frank Meyer, Nürnberg, <a target=_blank href=http://www.fb.com/magischen11>www.fb.com/magischen11</a></a> - <b>All rights reserved</b>Heidelbeere - Vaccinium myrtillus; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Llez">Wikipedia User Llez</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>;

Die Heidelbeere (Vaccinium myrtillus) ist eine Art aus der Gattung der Beersträucher (Vaccinium) in der Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae).Der 10 bis 60 cm hohe Zwergstrauch wächst stark verzweigt mit aufrechten, kantigen bis schmal geflügelten, grün gefärbten Ästen, die kahl (unbehaart) sind. Die Blätter sind 2 bis 3 cm lang, eiförmig bis elliptisch, drüsig gesägt bis fein gezähnt und beiderseits grasgrün. Die Blüten wachsen einzeln aus Blattachseln und sind nickend. Ihre Krone ist 3,5 bis 5 mm lang, kugelig krugförmig und grünlich bis rötlich. Sie erscheinen ab April/Mai. Von Juli bis in den September tragen die Pflanzen dann schwarzblaue, im Durchmesser maximal einen Zentimeter große, abgeplattet runde, einzeln stehende Früchte, die als reife Beeren blaugrau bereift sind. Ab dem Spätsommer beginnt die Herbstfärbung des Strauchs – das Laub verfärbt sich dabei tiefrot. Die Heidelbeere ist ein holziger Chamaephyt. Im Gegensatz zur verwandten Preiselbeere (Vaccinium vitis-idaea) ist sie nicht immer-, sondern sommergrün, wirft also im Winterhalbjahr ihre Blätter ab.

Der Strauch erreicht ein Alter von bis zu 30 Jahren. Durch vegetative Vermehrung in Form von Ausläuferbildung (Wurzelkriecher) kann eine Pflanze „indirekt“ jedoch noch älter werden und dabei bis zu mehrere 1000 m² bedecken.

Trotz häufiger unmittelbarer Nachbarschaft zur Preiselbeere kommt es nur selten zu Hybriden zwischen den beiden Arten. Diese Bastard-Heidelbeere (Vaccinium x intermedium) steht mit ihren Merkmalen zwischen den beiden Elternarten.

Von der Amerikanischen Heidelbeere (Vaccinium corymbosum) unterscheidet sich die eurasische Heidelbeere (Vaccinium myrtillus) dadurch, dass sich die farbgebenden Anthocyane sowohl in der Schale als auch im Fruchtfleisch befinden und sie so durch und durch blau gefärbt ist. Bei der seit etwa 1900 aus der Amerikanischen Heidelbeere gezüchteten Kulturheidelbeere befinden sich die Farbstoffe nur in der Schale, weshalb diese ein helles Fruchtfleisch aufweist und keine „blauen Zähne“ verursacht. Außerdem ist die Kulturheidelbeere doppelt bis mehrfach so groß wie die echte Heidelbeere und schmeckt weit weniger aromatisch als die Wildfrüchte.


Gemmoextrakt: Vaccinium myrtillus - Heidelbeere


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Inhalt: 50 ml
Darreichungsform: Tropfen
Nahrungsergänzungsmittel aus hochkonzentriertem Pflanzenextrakt
Zutaten: Wasser, Bio-Glycerin, Bio-Ethanol (aus Getreide), Bio-Glycerolkomplettextrakt aus Sprossen der Heidelbeere (Vaccinium Myrtillus) (10%).
Enthält Alkohol 18% vol.
Pflanzentypische Bestandteile der Sprossen der Heidelbeere sind natürliche Polyphenole, Aminosäuren und Enzyme.
Frischpflanze aus biologischer Ernte. 100 % glutenfrei und vegan.



Empfohlene tägliche Verzehrmenge:
2-mal täglich, morgens und mittags jeweils 30 Tropfen (2 ml) mit etwas Wasser vor den Mahlzeiten einnehmen. Dies entspricht einer täglichen Aufnahme von 0,4 g Glycerolkomplettextrakt aus Sprossen der Heidelbeere.
Die angegebene tägliche Verzehrmenge darf nicht überschritten werden. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung und gesunde Lebensweise.
Lagerhinweis:
Außerhalb der Reichweite von kleinen Kindern. Bei Zimmertemperatur lagern. Vor Licht schützen. Flasche nach Entnahme gut verschließen.

Standort

Sie wächst als Halbschattenpflanze in artenarmen, bodensauer-humosen, nährstoff- und basenarmen, frischen Laub- und Nadelwäldern (besonders in Kiefernwäldern und Gebirgs-Fichtenwäldern), in Moor- und Bergheiden in humider Klimalage. Sie ist ein Tiefwurzler (bis 1 m) und zehrt mit Hilfe von Wurzelpilzen (Mykorrhiza) von Rohhumus. Gegenüber Spätfrösten ist die Pflanze empfindlich; bei starken Frösten ohne schützende Schneedecke kann sie teilweise oder auch vollständig abfrieren. Der Wurzelstock bleibt davon in aller Regel verschont und treibt im Frühling wieder aus. Im Schneeschutz hingegen steigt die Heidelbeere bis in Höhen von 2350 m auf. Industriellen Immissionen gegenüber zeigt sie sich wenig tolerant. Man vermutet, dass der Wurzelpilz der Pflanze insbesondere durch Schwefeldioxid geschädigt wird.

Verbreitung/Vorkommen

Die Heidelbeere ist paläarktisch mit Schwerpunkt in den gemäßigten und nordischen Zonen Eurasiens verbreitet und besiedelt dabei Gebiete von der Ebene bis ins Gebirge (in Österreich etwa 2350 m NN)

Verwendung in der Küche

Gerichte aus bzw. mit Heidelbeeren sind zum Beispiel Heidelbeerkompott, Heidelbeermarmelade, Heidelbeereis, Heidelbeerkuchen, Heidelbeerjoghurt, Hefeklöße mit Heidelbeeren sowie Heidelbeerpfannkuchen etc.

Inhaltsstoffe

Die Blätter enthalten Arbutin und Hydrochinon (bis 1,5 %) und sind daher schwach giftig.

Verwendung in der Pflanzenheilkunde

Anthocyane in der Heidelbeere sind auch für ihre antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften verantwortlich.Getrocknete, reife Beeren lassen sich heilkundlich gegen Durchfall verwenden, frische Beeren wirken eher abführend. Die Blätter werden als Heildroge nicht mehr empfohlen, da längere Anwendung zu Vergiftung führen kann.

Verwendung in Homöopathie/Anthroposophie

Anthroposophische Medizin: Die einem speziellen Verkohlungsprozess unterzogenen Holz der Heidelbeeren wirken stärker mineralisierend und damit regulierend bei Durchfällen z.B. im Rahmen chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen.
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Heidelbeere - Garten/Anbau

Lichtanspruch: Halbschatten;
Boden Beschaffenheit: +/- humoser Boden; lehmiger Boden / Lehmboden; sandiger Boden / Sandboden; steiniger Boden / Kies / Grus;
Boden PH-Wert: sauer;
Boden Feuchte: frisch; mäßig trocken;
Boden Nährstoffgehalt: basenarm; mäßig nährstoffreich; nährstoffarm;

Sonstige Verwendung

Die grünen Triebe der Heidelbeere stellen im Winter für das Wild eine wichtige Futterquelle dar. Ihre Früchte schätzen besonders Tierarten, die an Baum- und Buschfrüchte weniger leicht gelangen können, so wie das Auerhuhn und der Fuchs.

Die Raupen zahlreicher Falterarten nutzen die Heidelbeere als Futterpflanze, so z. B die vom Aussterben bedrohte Weidenglucke, der gleichermaßen seltene Augsburger Bär, die gefährdete Rollflügel-Holzeule, der seltene Ebereschen-Blattspanner und die Urmottenart Micropterix aureatella.

Nach dem römischen Schriftsteller Plinius wurde der Farbstoff der Heidelbeere zum Färben der Kleider von Sklaven verwendet.

Sonstiges

Vor dem Verzehr selbstgepflückter, ungewaschener Heidelbeeren wird, trotz fehlenden Nachweises, wegen angeblich möglicher Anhaftung von Eiern des Fuchsbandwurms immer noch gelegentlich gewarnt. Wenn man dieses Risiko ausschließen will, sollte man die Beeren kochen. Geerntete Heidelbeeren halten sich nicht allzu lange.

Ein Werkzeug zur Ernte von Heidelbeeren ist der Blaubeerkamm oder Heidelbeerkamm, regional auch Raffel genannt. Dabei handelt es sich um einen Kasten mit aufgesetztem Kamm. Mit der Raffel wird über die Heidelbeerbüsche gestrichen, und dabei fallen die Beeren in den Kasten. Durch diese Methode werden jedoch sowohl reife und unreife Früchte als auch Blätter abgerissen und die Pflanze kann so verletzt werden.

Literatur

Bildquellenverzeichnis



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