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Gamander-Ehrenpreis

Veronica chamaedrys L.

Der Gamander-Ehrenpreis (Veronica chamaedrys), auch Männertreu, Frauenbiss, Augentrost oder Wildes Vergissmeinnicht genannt, ist eine Art aus der Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae).Die mehrjährige krautige Pflanze erreicht Wuchshöhen von etwa 10 bis 40cm und hat niederliegende oder aufsteigende, zweizeilig behaarte Stängel. Die Blätter sind sitzend, 2 bis 3 cm lang, 1 bis 3 cm breit und gekerbt. Die Blüten stehen in wenigblütigen, blattachselständigen Trauben. Die vier Kronblätter sind himmelblau und dunkler geädert. Da sie etwas ungleich sind, ist die Blüte monosymmetrisch. Die Kapselfrucht ist dreieckig-herzförmig. Der nährstoffanspruchsvolle Lichtkeimer blüht von April bis Juli.

Der Gamander-Ehrenpreis ist ein krautiger Chamaephyt, der oft rasig wächst. Er ist ein Flachwurzler.

Am Stängel findet man oft kugelige, filzig behaarte Anschwellungen (Gallen). Sie werden verursacht durch die Larven der Gallmücke Jaapiella veronicae, die sich in den Gallen ernähren.

Diese Pflanzenart bildet nur an sonnigen Standorten Blüten aus. Befindet sie sich im Halbschatten, bleibt sie steril. Die Blüten sind homogame „nektarführende Scheibenblumen“. Der Nektar wird von einem Haarkranz bedeckt. Der abstehende Griffel, die beiden Staubblätter und das untere Kronblatt dienen als Anflugplatz für die Insekten. Diese werden durch die Saftmale (dunkle Strichmale und weißes Ringmal) zum Nektar geleitet und bestäuben die Blüten, die sich zwischen 7 und 9 Uhr öffnen und gegen 18 Uhr wieder schließen. Als Bestäuber kommen in Frage: Fliegen, Bienen und kleine Tagfalter.

Die Früchte sind 2-klappige Kapseln, die sich bei Nässe öffnen und die schüsselförmigen Samen freisetzen. Die Samen sind Regentropfenwanderer (Regenballist und Regenschwemmling), dazu Windstreuer; auch Verbreitung durch den Zufall und durch Ameisen findet statt. Vegetative Vermehrung erfolgt durch unterirdische Ausläufer.

Versucht man die Pflanze zu pflücken, so fallen sehr schnell die Blüten ab. Dies hat ihm den Namen „Männertreu“ eingebracht. Die Kronen lösen sich an einer Trennungsstelle ab, der Kelch drückt seine unter Spannung stehenden Zipfel zusammen und presst so die Krone nach außen.

Standort

Als Standort werden Säume von Hecken und Gebüschen, Wiesen, Wegraine, Waldränder, lichte Trockenwälder bis in eine Höhenlage von 2200 m NN bevorzugt.

Verbreitung & Vorkommen

Diese Pflanzenart ist in ganz Europa mit Schwerpunkt in den westlichen Gebieten verbreitet.

Inhaltsstoffe

Die Pflanze ist durch Aucubin giftig.

Aus derselben Gattung (Veronica)

Alle Pflanzen der Gattung Veronica

Aus derselben Familie (Wegerichgewächse)

Alle Pflanzen der Familie Wegerichgewächse