Alpen-Kratzdistel - Cirsium spinosissimum

Familie: Asteráceae - Korbblütler

Cirsium spinosissimum
Bildquelle: Wikipedia User Tigerente
Kategorie: Wildgemüse Unkraut

Cirsium: gr. Pflanzenname; "Kratzdistel"
spinosissimus: sehr dornig

andere Namen: Stachel-Kratzdistel, Vielstachel-Kratzdistel, Kratzigste Kratzdistel

Die mehrjährige krautige Pflanze erreicht Wuchshöhen zwischen 20 und 80 Zentimetern. Sie ist abstehend behaart. Der dicke Stängel ist auf seiner ganzen Länge meist dicht beblättert. Die steifen, stechenden Laubblätter sind tief buchtig und tief fiederspaltig mit stachelzähnigen Abschnitten. Die unteren Blätter sind gestielt, die oberen herzförmig stängelumfassend.

Es stehen meist zwei oder mehr endständige, bleichgelbe, körbchenförmige Blütenstände zusammen. Die dornig gezähnten, weiß-gelblichen Hochblätter sind etwa 20 bis 25 Millimeter lang. Die Röhrenblüten sind blassgelb. Die Blütezeit reicht von Juli bis September.

Die 3 bis 5 Millimeter große, bräunliche Achäne besitzt einen gefiederten Pappus.

Chromosomenzahl: 2n = 22.

Die Schauwirkung der Anhäufung der Blütenkörbe wird durch die lang zugespitzten Hochblätter noch verstärkt und ist in er kahlen Hochalpenregion weithin sichtbar. Als Bestäuber fungieren Falter, Käfer und Fliegen.

Die Alpen-Kratzdistel ist ein lästiges „Weideunkraut“ und wird nach Möglichkeit auf Almen ausgerottet. Die erwachsenen Pflanzen sind durch die vielen Stacheln vor Viehfraß geschützt. Junge Blütenköpfe werden noch vom Kleinvieh gefressen.

Die Alpen-Kratzdistel gilt als Stickstoffzeiger und Bodenfestiger. Zeigerwerte nach Ellenberg L-7, T-2, K-5, F-6, R-7, N-8, S-0.


Verbreitung/Vorkommem

Die Alpen-Kratzdistel kommt nur in den Alpen vor. Das Verbreitungsgebiet reicht von der Rhône ostwärts über Norditalien, die Schweiz und Deutschland bis nach Niederösterreich und die Steiermark.

Angaben für den Apennin beziehen sich auf Bertolonies Kratzdistel (Cirsium bertoloni).
Alpen-Kratzdistel.

Standort

Als Standort werden frische bis feuchte Hochstaudenflure, insbesondere Bachränder, stickstoffreiche Stellen auf Weiden, zwischen Felsblöcke, auf Gesteinsschutt und Lägerflure in Höhenlagen zwischen 1100 und 3000 Metern bevorzugt.

Verwendung in der Küche

Junge Triebe werden als Spinat oder als Zutat für Frühlingskräutersuppen verwendet.

Sonstige Verwendung

In manchen Alpentälern wurde die Pflanze auch als Schweinefutter gekocht.

Sonstiges

Die dornigen Blätter sind Meisterwerke der Ornamentik und dienten bereits im Mittelalter als Vorlage für Brokatstickerei und gotische Zierrate.

Literatur

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