Scharfer Mauerpfeffer - Sedum acre

Familie: Crassuláceae - Dickblattgewächse

Sedum acre
Bildquelle: Adolphus Ypey (1813)
Kategorie: Giftpflanze Sukkulente winterhart

Sedum: lat. sedere = sitzen (am Boden wachsend); "Dickblatt"
acaulis: stengellos

Der Scharfe Mauerpfeffer ist eine ausdauernde krautige Pflanze von niedrigem, rasig wachsenden Habitus und erreicht Wuchshöhen von 5 bis 15 Zentimeter. Die eiförmigen, dickfleischigen (sukkulent) Laubblätter werden 4 Millimeter lang und zwischen 2–4 Millimeter breit, wobei die Blätter meist unter der Mitte am breitesten sind. Die Blätter schmecken nach einigem Kauen meist scharf, wovon sich auch der volkstümliche Name ableitet.

Die Blüte ist fünfzählig mit sternförmig angeordneten, leuchtend goldgelben Blütenblättern. Die Kronblätter sind spitz bis zugespitzt und werden 6–8 Millimeter lang. Je Blüte entwickeln sich 5 Balgfrüchte, welche von Juli bis August reifen.

Die Blüten des Scharfen Mauerpfeffers sind unvollständig vormännliche Nektar führende Scheibenblumen. Die Staubblätter biegen sich zum Verstäuben zur Mitte. Der Nektar ist leicht zugänglich. Die Blüten werden vorwiegend von Fliegen und Hautflüglern besucht. Auch spontane Selbstbestäubung ist erfolgreich. Die Kronblätter decken sich in der Knospe seitlich.

Die Früchte öffnen sich bei Nässe (hydrochas). Die Pflanze ist ein typischer Regenballist, d. h. Regentropfen schleudern die feilspanförmigen Samen heraus, die dann als Regenschwemmlinge weiter ausgebreitet werden. Auch Ameisen tragen zur Verbreitung der Samen bei. Eine vegetative Vermehrung ist durch sich leicht bewurzelnde Stängelteile möglich.


Verbreitung/Vorkommem

Der Scharfe Mauerpfeffer ist in ganz Europa verbreitet und dringt vereinzelt bis nach Nordafrika vor. Als Standort bevorzugt die Pflanze Mauern, Felsflure, sonnige Pionierrasen und sandige Ruderalstellen wie etwa Bahndämme, Kiesdächer und Kiesgruben, aber auch Dünen sowie trockene, lichte Wälder.

Giftigkeit

Bevor ihre Giftigkeit bekannt war, wurde die Art auch als Heilpflanze genutzt.

Verwendung in der Pflanzenheilkunde

Der Saft der Blätter wirkt kühlend und schmerzstillend.

Carl Axel Magnus Lindman: Bilder ur Nordens Flora (1901-1905)

Literatur

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