Krautfinder Krautfinder — Pflanzen bestimmen Jetzt bei Google Play

Echte Mondraute

Botrychium lunaria (L.) Sw.

Die Echte Mondraute wird bis zu 30 cm groß. Der Farnwedel besteht aus einem unfruchtbaren Abschnitt und einem Sporangien tragenden Abschnitt. Der frischgrüne unfruchtbare Blattabschnitt sieht auf den ersten Blick kaum wie ein Farnblatt aus und ist nur wenige Wochen im Jahr sichtbar. Er entspringt scheinbar in der Mitte der Pflanze und ist deutlich länger als breit und nicht behaart. Die Spreite des unfruchtbaren Blattabschnitts ist gefiedert mit zwei bis neun keilförmigen oder mondförmigen Abschnitten. Diese haben der Mondraute zu ihrem Namen verholfen. Die Sporangien stehen am rispenähnlich verzweigten fruchtbaren Blattabschnitt. Sie bilden eine mehrschichtige Wand aus und enthalten gleichartig gestaltete Sporen.

Die Chromosomenzahl der Art ist 2n = 90.

Ökologie

Die Sporen keimen bei Dunkelheit im Boden. Danach entsteht der Vorkeim, der ebenfalls stets unterirdisch vorkommt. Aus ihm entsteht die Jungpflanze. Beide leben parasitisch und ernähren sich durch Produkte speziell angepasster Wurzelpilze. Solche Lebensweise nennt man Mykoheterotrophie. Die oberirdische adulte Pflanze bildet rispenförmig angeordnete Sporangien an einem Spross aus, die Sporen ausbilden.

Die Mondraute kann sich jedoch auch vegetativ vermehren. Dies geschieht meist über endogene aus den Wurzeln gebildete Sekundärsprosse.

Die Echte Mondraute bildet zudem das bei Pflanzen selten vorkommende Disaccharid Trehalose als Reservestoff aus.

Standort

Das in Mitteleuropa seltene Farngewächs wächst auf oft felsigen Magerrasen, Sandheiden, in Böschungen oder selten an sandigen Wegrändern. Sie ist eine schwache Nardetalia-Ordnungscharakterart, kommt aber auch in Gesellschaften der Klasse Sedo-Scleranthetea oder des Verbands Mesobromion vor.

Verbreitung & Vorkommen

Die Mondraute kommt in Europa, Asien und Nordamerika vom Tiefland bis in montane Regionen der Gebirge vor.
In Deutschland kommt die Mondraute nur selten vor. In einigen Bundesländern sogar sehr selten, deshalb wurde die Farnpflanze auch durch die BArtSchV besonders geschützt. Sie steht ebenfalls auf der Roten Liste der bedrohten Pflanzenarten von Deutschland, weil ihre Bestände derzeit zurückgehen. Das liegt zumeist an der zunehmenden Eutrophierung der Böden durch Düngereintrag oder Immissionen. Weitere Ursachen sind die Zerstörung von kleinräumigen Sonderstandorten und die Aufgabe der Heidenutzung durch den Menschen.

In den Allgäuer Alpen steigt sie am Gipfel des Linkerskopfs in Bayern bis zu 2455 m Meereshöhe auf.

Aus derselben Gattung (Botrychium)

Alle Pflanzen der Gattung Botrychium

Aus derselben Familie (Natternzungengewächse)

Alle Pflanzen der Familie Natternzungengewächse