Zittergras-Segge - Carex brizoides

Familie: Riedgrasgewächse - Cyperaceae

Kategorie: Faserpflanze  Sauergräser  

Zittergras-Segge Info

Carex: lat. carex = Riedgras; "Segge"

andere Namen: Alpengras, Seegras-Segge, Waldhaar, Rasch, Seegras

Früher wurde die Zittergras-Segge als Polstermaterial so stark benutzt, dass in einzelnen Waldungen des Rheintals das Einkommen aus dieser Nebennutzung den Ertrag aus der Holzproduktion überstieg. Es wurde durch Ausrupfen (in Oberösterreich durch Mähen) gewonnen und an sonnigen Orten getrocknet. Man drehte mit einfachen Maschinen Seile daraus und brachte es in dieser Form in den Handel. Durch diese sogenannte Seegrasspinnerei kräuselt sich das Material und ist zur Füllung von Matratzen dem zuvor verwendeten Stroh deutlich überlegen. Vor allem während der Weltkriege, als Fasermaterial knapp und der Bedarf an Feldbetten hoch war, war Seegras in Mode. Einen letzten Höhepunkt erlebte die Seegrasspinnerei während des Koreakriegs, bevor es durch Kunststoffe abgelöst wurde. In geringerer Menge benutzte man das Alpengras auch zu Flechtarbeiten, wie Tragbändern, Schuhen, Matten etc. Hierfür darf es aber nicht versponnen werden, sondern soll glatt bleiben.

Die Zittergras-Segge ist eine mit 30 bis 70 cm Wuchshöhe mittelhohe Segge von weißlichgrüner bis gelb-bräunlicher Färbung. Oftmals ist sie bestandsbildend und wächst in ausgedehnten, dichten Rasen. Sie besitzt lange, schlaffe, übergebogene bis fast liegende Blätter und Stängel. Der Stängel ist scharf dreikantig.

Die Blütezeit dauert von Mai bis Juni. Die Blütenstände sind locker, die Spelzen zunächst rotbraun und weißhäutig glänzend, später jedoch strohgelb und stumpf. Die blassgelben Ährchen stehen zu sechst bist zu acht, sind meist abwärts oder auswärts gekrümmt, schmal lanzettlich und 8 bis 10 mm lang.


Standort

Sie wächst auf frischen, wechselfeuchten, basen- und nährstoffarmen Sand- und Lehmböden.

Verbreitung/Vorkommen

Die Zittergras-Segge ist in Mitteleuropa verbreitet und kommt in Nadelholzforsten, Gebüschen, Säumen, Schlägen, waldnahen Frisch- und Feuchtwiesen sowie deren Brachen, aber auch in Laubmischwäldern vor.

Sonstiges

Früher wurde es als Polstermaterial so stark benutzt, dass in einzelnen Waldungen des Rheintals das Einkommen aus dieser Nebennutzung den Ertrag aus der Holzproduktion überstieg. Es wurde durch Ausrupfen (in Oberösterreich durch Mähen) gewonnen und an sonnigen Orten getrocknet. Man drehte mit einfachen Maschinen Seile daraus und brachte es in dieser Form in den Handel. In geringerer Menge benutzte man das Alpengras auch zu Flechtarbeiten, wie Tragbändern, Schuhen, Matten etc.

Zittergras-Segge Steckbrief

Blütenfarbe: grün, braun oder unscheinbar;
Höhe/Länge von 30cm bis 70cm
Blütezeit von Mai bis Juni
Lebensraum: Ebene; Gebirge; Mittelgebirge; Wälder, Waldränder, Gebüsche, Lichtungen, Böschungen;
Blütenstand: Ähre oder Quirl
Blattstellung: mittlere Stängelblätter wechselständig
Blattspreite: ungeteilt
Blattrand: ganzrandig;
Häufigkeit: häufig
Lebensdauer: ausdauerndes Kraut (Staude);
Zeigerpflanze: Nässezeiger; Verdichtungszeiger;
Höhenstufen: Ebene / Tiefland (0-450m); Mittellage (450-1500m);
Höhenstufe min: 300m
Höhenstufe max. in den Alpen: 1400m
Nährstoffbedarf: basenarm;
Bodenart: +/- humoser Boden; sandiger Boden / Sandboden; toniger Boden / Tonboden;
PH-Wert Boden: mäßig sauer;
Bodenfeuchte: feucht; wechselfeucht; wechselnass / zeitweise überschwemmt;

Zittergras-Segge Garten / Anbau

Boden Beschaffenheit: +/- humoser Boden; sandiger Boden / Sandboden; toniger Boden / Tonboden;
Boden PH-Wert: mäßig sauer;
Boden Feuchte: feucht; wechselfeucht; wechselnass / zeitweise überschwemmt;
Boden Nährstoffgehalt: basenarm;
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Literatur

Bildquellenverzeichnis


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