Tüpfel-Enzian - Gentiana punctata

Familie: Gentianaceae
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Heilpflanze Alpenpflanze

<b>Tüpfel-Enzian - <i>Gentiana punctata</i></b>
Tüpfel-Enzian - Gentiana punctata
Bildquelle: Wikipedia User Henderl; Bildlizenz: CC BY-SA 3.0;
Wiki Commons Bildbeschreibung: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Gentiana_punctata.JPG


Gentiana: n. Genthius, illyr. König (um 180-68 v. Chr.), der die Heil­kraft von G. lutea erkannt haben soll; "Enzian"
punctatus: punktiert


Tüpfel-Enzian - Gentiana punctata; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Etienne">Wikipedia User Etienne</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>; Tüpfel-Enzian - Gentiana punctata; Bildquelle: © <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Dr. med. Frank Meyer, Nürnberg, <a target=_blank href=http://www.fb.com/magischen11>www.fb.com/magischen11</a>">Dr. med. Frank Meyer, Nürnberg, <a target=_blank href=http://www.fb.com/magischen11>www.fb.com/magischen11</a></a> - <b>All rights reserved</b>

Der Tüpfel-Enzian wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 20 bis 60 Zentimetern. Von den kreuzgegenständig am Stängel angeordneten Laubblätter sind die oberen sitzend und die unteren gestielt. Die glänzend grünen Blattspreiten besitzen bei einer Breite von 3 bis 7 Zentimetern eine länglich-eiförmige bis lanzettliche Form und meist fünf Blattnerven.

Die Blüten sitzen einzeln bis zu dritt in den oberen Blattachseln oder kopfig gehäuft am Ende der Sprossachse. Die zwittrigen Blüten besitzen eine doppelte Blütenhülle. Die Kelchblätter sind bis etwa der Hälfte ihrer Länge glockenförmig verwachsen und der Kelch endet in fünf bis acht unregelmäßigen, aufrechten, lanzettlichen Kelchzipfeln. Die 2,5 bis 3,5 Zentimeter langen und blass- bis schmutziggelben Kronblätter sind glockenförmig verwachsen und die Kronröhre endet in fünf bis acht, etwa 9 Millimeter langen, stumpfen und aufrechten Kronzipfeln. Die Färbung der Kronblätter variiert von hellgelb bis rötlich, eine Punktierung ist mehr oder weniger stark dunkel ausgeprägt, wobei die Dichte der Punkte je nach Population stark schwankt. Die Blütezeit erstreckt sich je nach Standort von Juli bis September.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 40.

Gentiana punctata ist den beiden Arten Gentiana pannonica und Gentiana purpurea sehr ähnlich, sie gleichen sich in Wuchsform, Blüte und Standortansprüchen (alle drei Arten sind kalkmeidend).


Standort

Der Tüpfel-Enzian kommt in Höhenlagen zwischen 1500 und 3000 Metern in (obermontanen) subalpinen bis alpinen Höhenstufen vor. Er wächst auf sauren, meist kalkarmen oder kalkfreien Böden (der Tüpfel-Enzian ist kalkmeidend) und auf tiefgründigen, nährstoffarmen, nicht zu trockenen Lehmböden.

Er gedeiht in bodensauren Weiderasen, Hochstaudenfluren, Zwergstrauchheiden. Er besiedelt alpine Rasen und lockere Zwergstrauchbestände. Er bevorzugt Standorte, die im Frühjahr lange schneebedeckt bleiben. Der Tüpfel-Enzian gilt als Kennart des Verbands "Alpine bis subalpine Borstgrasrasen" (Nardion Br.-Bl. 1926) und findet sein Hauptvorkommen im Verband "Schneebodengesellschaften" (Salicion herbaceae Br.-Bl. 1926) und im Verband "Arktisch-alpine Silikatgesteinsrasen" (Caricion curvulae Br.-Bl. 1925).

Verbreitung/Vorkommen

Der Tüpfel-Enzian gedeiht in europäischen Gebirgen und ist sowohl in den Alpen als auch in den Karpaten sowie der Balkanhalbinsel beheimatet. In den Kalkalpen findet man ihn selten, in den Zentral- und Südalpen kommt er dagegen häufig vor. Er fehlt östlich der Linie Salzburg-Bozen durchweg.

Obwohl der genaue Populationszustand des Tüpfel-Enzians nicht bekannt ist, stuft die IUCN diese Art aufgrund ihrer weiteren Verbreitung als „Least Concern“ = „gering gefährdet“ ein. Er gilt in der Roten Liste der gefährdeten Arten Deutschlands als gefährdet und ist nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt.

Verwendung in der Pflanzenheilkunde

Der „Wurzelstock“, eigentlich das Rhizom des Tüpfel-Enzians wird ähnlich wie der des Gelben Enzians arzneilich und zur Schnapsherstellung verwendet, er enthält aber Bitterstoffe in geringerer Konzentration.
Dr. Koll Gemmoextrakt: Betula alba - SilberbirkeDr. Koll Pflanzenextrakt: Gelber Enzian – Gentiana luteaDr. Koll Gemmoextrakt: Juglans regia - WalnussbaumDr. Koll Gemmoextrakt: Quercus pedunculata - Eiche

Tüpfel-Enzian - Garten/Anbau

Lichtanspruch: Licht;
Boden Beschaffenheit: +/- humoser Boden; kalkarmer / kalkfreier Boden; lehmiger Boden / Lehmboden;
Boden PH-Wert: sauer;
Boden Feuchte: frisch;

Sonstiges

Der Tüpfel-Enzian gilt als Futterpflanze für die oligophag auf ihn angewiesenen Raupen des Enzian-Alpen-Blattspanners (Perizoma obsoletata).

Literatur

Bildquellenverzeichnis



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