Alpen-Pestwurz - Petasites paradoxus

Familie: Korbblütler

Kategorie: Staude  Alpenpflanze  Frühblüher  

Alpen-Pestwurz Info

Petasites: gr. petasos = Sonnenschirm (Blätter); "Pestwurz"
paradoxus: seltsam, widersinnig

andere Namen: Geröll-Pestwurz, Schnee-Pestwurz, Schneeweiße Pestwurz

Die ausdauernde krautige Pflanze wird zur Blütezeit zwischen 10 und 30 cm hoch, später bis zu 60 cm hoch, da die Internodien während der Reife der Früchte gestreckt werden.

Die Stängelblätter sind rotbraun bis violett überlaufen und schuppenförmig. Die Grundblätter erscheinen erst gegen Ende der Blütezeit. Diese sind dreieckig bis herzförmig und buchtig gezähnt. Ihre Unterseite ist weiß-filzig und nicht verkahlend.

Die Blütenköpfe (= Teilblütenstände) stehen in dichten traubigen Blütenständen und bestehen aus weißrötlichen Röhrenblüten. Die Blütezeit reicht von April bis Juni. Die Früchte besitzen einen weißen Pappus (Haarkrone).


Standort

Die kalkstete Art bevorzugt feinerdereiche steinige Hänge, Bachschotter und sickerfeuchten Felsschutt sowie Föhrenwälder. Das Verbreitungsgebiet umfasst die Alpen, die Pyrenäen und den Balkan von der Tallage bis in Höhenlagen von 2700 Meter.
Die Alpen-Pestwurz besiedelt extreme Standorte. Sie ist ein Schuttüberkriecher, indem sie schlaffe, streckungsfähige oberirdische Triebe über den losen Schutt legt. Damit reagiert sie sehr flexibel gegenüber Schuttbewegungen. Die Pestwurz ist ein Rohbodenpionier und trägt zum Verfestigen des Bodens bei. Sie stellt damit ein wichtiges Initialstadium in der natürlichen Sukzessionsabfolge hin zum subalpinen Lärchenwald dar. Mit ihrem tiefreichenden und stark verzweigten Wurzelsystem ist diese Art ein sehr guter Schuttfestiger. Dennoch wird die Art durch natürliche Ereignisse wie Muren, Rutschungen oder Felsstürze oft ins Alpenvorland herabgeschwemmt.

Verbreitung/Vorkommen

Die Alpen-Pestwurz ist in den Kalkgebirgen der gesamten Alpen weit verbreitet. In Österreich ist sie häufig außer in den Bundesländern Wien und Burgenland.

Alpen-Pestwurz Steckbrief

Blütenfarbe: rot, rosa oder purpurn; weiß;
Höhe/Länge von 10cm bis 60cm
Blütezeit von April bis Juni
Lebensraum: Auen; Gebirge; Staudenfluren, mont. und alp. Hochstaudenfluren; Steinrasen, Steinschuttfluren;
Blütenstand: Köpfchen, Körbchen
Blattstellung: mittlere Stängelblätter wechselständig
Blattspreite: ungeteilt
Blattrand: ganzrandig; gezähnt;
Trockenfrüchte: Achäne
Häufigkeit: zerstreut
Lebensdauer: ausdauerndes Kraut (Staude);
Höhenstufen: Hochlage (1500-3000m); Mittellage (450-1500m);
Höhenstufe min: 300m
Höhenstufe max. in den Alpen: 2700m
Lichtbedarf: Licht;
Bodenart: kalkhaltiger / kalkreicher Boden; steiniger Boden / Kies / Grus;
Bodenfeuchte: feucht;

Alpen-Pestwurz Systematik

Abteilung:
Spermatophyta - Samenpflanzen
Unterabteilung:
Angiospermae - Bedecktsamer
Klasse:
Dicotyledoneae (Magnoliopsida) - Zweikeimblättrige
Unterklasse:
Asteridae - Asternähnliche
Ordnungsgruppe:
Campanulatae - Glockenblütige
Ordnung:
Asterales - Asternartige
Familie:
Asteraceae
Gattung:
Petasites
Art:
paradoxus

Alpen-Pestwurz Garten / Anbau

Lichtanspruch: Licht;
Boden Beschaffenheit: kalkhaltiger / kalkreicher Boden; steiniger Boden / Kies / Grus;
Boden Feuchte: feucht;
Spasmo-Entoxin®Ekzem-Entoxin® NErkältungs-Entoxin®Viscum-Entoxin® N

Literatur

Bildquellenverzeichnis


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