Gift-Hahnenfuß - Ranunculus sceleratus

Familie: Ranunculáceae
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Heilpflanze Giftpflanze Pionierpflanze

<b>Gift-Hahnenfuß - <i>Ranunculus sceleratus</i></b>
Gift-Hahnenfuß - Ranunculus sceleratus
Bildquelle: H. Zell; Bildlizenz: CC BY-SA 3.0;

Ranunculus: Deminutiv zu lat. rana = Frosch (Standort); "Hah­nen­fuß"
sceleratus: mühevoll, verderblich (giftig)


Gift-Hahnenfuß - Ranunculus sceleratus; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Deutschlands Flora in Abbildungen 1796">Deutschlands Flora in Abbildungen 1796</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/publicdomain/deed.de" target=_blank title="Public Domain">Public Domain</a>; Gift-Hahnenfuß - Ranunculus sceleratus; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Llez">Wikipedia User Llez</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>; Gift-Hahnenfuß - Ranunculus sceleratus; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=H. Zell">H. Zell</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>; Gift-Hahnenfuß - Ranunculus sceleratus; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Enrico Blasutto">Wikipedia User Enrico Blasutto</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>; <br>Wiki Commons Bildbeschreibung: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Ranunculus_sceleratus_ENBLA01.jpg" target=_blank title="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Ranunculus_sceleratus_ENBLA01.jpg">https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Ranunculus_sceleratus_ENBLA01.jpg</a>Gift-Hahnenfuß - Ranunculus sceleratus; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Enrico Blasutto">Wikipedia User Enrico Blasutto</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>;

Erscheinungsbild

Der Gift-Hahnenfuß wächst als einjährige bis ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von etwa 10 bis 80 cm erreicht. Die faserigen Wurzeln sind fast gleich dick. Der hohle, aufrechte, im oberen Bereich verzweigte Stängel ist kahl bis spärlich flaumig behaart.

Laubblatt

Die Laubblätter sind grundständig und wechselständig am Stängel verteilt angeordnet. Die drei bis dreizehn Grundblätter und die unteren Stängelblätter bestehen aus Blattstiel sowie Blattspreite. Ihr fast kahler bis spärlich flaumig behaarter Blattstiel ist 1,2 bis 15 cm lang. Ihre mit einer Länge von 1 bis 5 cm und einer Breite von 1,5 bis 6,8 cm eine im Umriss fünfecke, nierenförmige, breit eiförmige bis fast kreisförmige Blattspreite mit einer breit herzförmigen Spreitenbasis und sie ist tief dreiteilig; wobei das zentrale Blattsegment keilförmig oder rhombisch und dreilappig ist, diese Blattlappen sind glatt oder ein- bis zweizähnig, die zwei seitlichen Blattsegmente sind schräg breit verkehrt-eiförmig oder schräg keilförmig und ungleich zweilappig oder bis zur Mitte zweispaltig. Manchmal sind sie ungeteilt, dann sind sie gekerbt bis gekerbt-gelappt und das Ende ist gerundet oder manchmal stumpf. Die Spreitenflächen sind kahl oder die Blattunterseite ist flaumig behaart. Die oberen Stängelblätter sind kurz gestielt und besitzen eine Blattspreite mit keilförmiger Basis und drei verkehrt-lanzettlichen Blattsegmenten.
Ausschnitt eines Blütenstandes mit den Blüten mit ihrem walzenförmigen Blütenboden, an dessen Basis die Kronblätter und Staubblätter zu erkennen sind

Blütenstand und Blüte

Der Gift-Hahnenfuß blüht je nach Standort zwischen Januar und November. In schirmtraubigen Blütenständen stehen viele Blüten und laubblattähnliche Hochblätter zusammen. Die oft gefurchten Blütenstiele sind 0,5 bis 1,5 cm lang und kahl oder spärlich flaumig behaart.

Die zwittrigen, radiärsymmetrischen, fünfzähligen Blüten besitzen einen Durchmesser von 0,4 bis 0,8 cm. Der walzenförmige Blütenboden (Rezeptakulum) ist kahl oder flaumig behaart. Die drei bis meist fünf schon nahe der Basis zurück gebogenen Kelchblätter sind mit einer Länge von 2 bis 5 mm und einer Breite von 1 bis 3 mm eiförmig-elliptisch und außen angedrückt flaumig behaart oder kahl. Die drei bis meist fünf freien, gelben Kronblätter sind mit einer Länge von 2,2 bis 4,5 mm und einer Breite von 1,4 bis 2,4 mm verkehrt-eiförmig. Auf den Kronblättern befinden sich Nektarien, um die, aber nicht auf ihnen, sich schwach entwickelte Schuppen befinden. Es sind 10 bis 19 Staubblätter mit ellipsoiden Staubbeuteln vorhanden. Es sind zahlreiche Fruchtblätter vorhanden, auf denen direkt, da ein Griffel fehlt, die noch auf der reifen Frucht erkennbare, etwa 0,1 mm große Narbe sitzt.

Frucht

In mit einer Länge von 3 bis 13 mm und einer Breite von 1,5 bis 7 mm ellipsoiden bis zylindrischen Sammelfrüchten stehen viele Einzelfrüchte zusammen. Die kahlen Einzelfrüchte (Achänen) sind mit einer Länge von 1 bis 1,2 und einem Durchmesser von 0,8 bis 1 mm schräg verkehrt-eiförmig, leicht seitlich abgeflacht, manchmal transversal zwei- bis dreifaltig und etwas angeschwollen an den Suturen, sowie einem meist geraden, etwa 0,1 mm langen Schnabel (= die haltbare Narbe).
Habitus blühender Pflanzen am Standort

Ökologie

Der Gift-Hahnenfuß ist eine einjährige Sumpfpflanze, die auf trocken fallenden Schlammböden sich als Pionierpflanze ansiedelt. Sie lebt dort amphibisch; im Wasser mit typischen Schwimmblättern. Die Blüten sind auf einer zylindrischen Blütenachse angeordnet, haben unbedeckte Nektarien und bis zu 100 Fruchtknoten.

Als Bestäuber fungieren vor allem zweiflüglige Insekten wie Fliegen. Seltener wurde auch Selbstbestäubung (Autogamie) beobachtet. Die etwas klebrigen Früchte werden häufig durch das Wasser ausgebreitet und bleiben nur selten an Tieren haften und werden auf diese Art ausgebreitet. Der Gift-Hahnenfuß besitzt zudem langlebige Samen, die im Frühjahr (bei kürzer werdenden Nächten) keimen.

Die Art ist diploid, tetraploid oder octoploid, ihre Chromosomenzahl ist 2n = 16, 32 oder 64.


Standort

Er gedeiht an Gewässern und in feuchten Wiesen und ist vor allem in der Nähe von nährstoffreichen, zeitweise über die Ufer tretenden Gewässern zu finden. Er ist in Mitteleuropa eine Charakterart des Ranunculetum scelerati

Verbreitung/Vorkommen

Der Gift-Hahnenfuß ist auf der Nordhalbkugel weit verbreitet und kommt sowohl in Eurasien wie Nordamerika vor.

Giftigkeit

Alle Ranunculus-Arten sind giftig (Protoanemonin). Aufgrund ihres beißenden Geschmacks werden sie vom Vieh gemieden. Die Giftstoffe werden jedoch durch Trocknen abgebaut, so dass Heu, welches getrockneten Hahnenfuß enthält, unschädlich ist. Abgemähte Stängel können bei Kontakt Hautreizungen hervorrufen (Wiesendermatitis). Protoanemonin (auch Anemonol oder Ranunculol) ist ein Lacton der Hydroxy-penta-2,4-diensäure, welches in unterschiedliche Konzentration als Toxin in allen Hahnenfußgewächsen vorkommt.

Es wird bei Verletzung der Pflanzen freigesetzt und bei Kontakt mit der Haut oder Schleimhaut kommt es zu Vergiftungserscheinungen wie Rötung, Juckreiz oder gar Blasenbildung auf der Haut (Hahnenfußdermatitis). Bei der inneren Aufnahme beeinflusst es das Nervensystem: Es kommt zu Erbrechen, Durchfall und Schwindelanfällen, aber auch zu Krämpfen und Lähmungserscheinungen.

Es ist wirksam gegenüber Pilzen.

Beim Trocknen der Pflanze wird Protoanemonin in das ungiftige Anemonin übergeführt.

Der Gift-Hahnenfuß hat einen scharfen Geschmack und ist in allen Pflanzenteilen giftig.

Vergiftungserscheinungen sind: Schwere Allgemeinempfindungen wie Betäubung, Schwindel, Schwere im Kopf, Ohnmachten, schneller und kleiner Puls, heftige Magenschmerzen; schließlich kann auch der Tod eintreten.

Das Heu ist bei Tieren ungefährlich, zu tödlichen Vergiftungen kann es nur bei massenhaftem Auftreten von Weidelgras kommen. Dabei kann es auch zu einer Gastroenteritis, einer hämorrhagischen Nephritis und zu zentralnervösen Erregungen und Krämpfen kommen. Nur eine ungewöhnlich große Aufnahme führt zum Tod durch Herz- und Atemlähmung.

Beim Menschen kann es - wie beim Brennenden Hahnenfuß und anderen Hahnenfuß-Arten - durch Übergang des in der Pflanze enthaltenen Ranunculin in das stark ätzend wirkende Anemonin zu Hautreizungen kommen, die sich in Jucken, Röte, Schwellung und Blasenbildung zeigen. Es können aber auch schmerzhafte Furunkel und mehr oder weniger tiefgehende Gewebezerstörungen entstehen. Ganze Glieder können danach aussehen wie bei einer Verbrennung 2. Grades.

Die dänische Bezeichnung „Bettler-Hahnenfuß“ kommt daher, dass sich Bettler an sichtbaren Körperstellen mit dem Pflanzensaft einrieben, um dadurch Mitleid erregende Wunden mit Ausschlag hervorzurufen.

Inhaltsstoffe

Hauptwirkstoffe sind: Ranunculin, Anemonin und Protoanemonin.
Dr. Koll Pflanzenextrakt: Gerstengras – Hordeum vulgareDr. Koll Gemmoextrakt: Abies pectinata – EdeltanneGemmoextrakt: Ribes nigrum - schwarze JohannisbeereDr. Koll Gemmoextrakt: Schwarzerle – Alnus glutinosa

Gift-Hahnenfuß - Garten/Anbau

Boden Beschaffenheit: +/- humoser Boden; Schlammboden / Schlickboden;
Boden Feuchte: nass; wechselnass / zeitweise überschwemmt;
Boden Nährstoffgehalt: nährstoffreich;

Gift-Hahnenfuß in
Kräuterbuch von Jacobus Theodorus "TABERNAEMONTANUS" anno 1664


Auszug aus "New vollkommenlich Kräuter-Buch : mit schönen und künstlichen Figuren aller Gewächs der Baümen, Stauden und Kräutern...:das erste [-das ander und dritte] Theil darinn viel und mancherley heilsamer Artzeney vor allerley innerlichen und eusserlichen Kranckheiten, beyde der Menschen und des Viehes sampt ihrem nützlichen Gebrauch beschrieben werden.../ durch Iacobum Theodorum Tabernaemontanum... ; das ander und dritte Theil...verbessert durch Hieronymum Bauhinum... ; mit sehr nutzlichen Marginalien, Synonimis, newen Registern und anderm vermehret durch Hieronymum Bauhinum..."

Tabernaemontanus M.DC.LXIV (1664): Das Erste Buch Von Kraeutern Ranunculus

Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999

Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999

Literatur

Bildquellenverzeichnis



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