Die einjährige, krautige Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von 10 bis 30 cm. Der Stängel wächst aufrecht und ist meist stark ästig. Er ist wie die Blätter fast kahl oder nur kurz und weich behaart.
Die Laubblätter sind länglich-elliptisch, fein gekerbt bis mehr oder weniger ganzrandig, 2 bis 5 cm lang und 0,5 bis 1,5 cm breit. Die unteren sind gestielt, die oberen sitzend und nahezu lanzettlich geformt.
Die Blüten sind kurz gestielt, ca. 1,5 cm lang und sitzen in 2 bis 8-blütigen, meist jedoch 6-blütigen Scheinquirlen. Die Krone ist von blass-schwefelgelber Farbe und außen flaumig behaart. Die Kelchzähne sind weichhaarig-stachelspitzig.
Die Nüsschen sind ca. 2 mm lang, stumpfkantig, sehr fein punktiert und von schwarzbrauner Farbe.
Der Einjährige Ziest blüht vorwiegend in den Monaten von Juni bis Oktober.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 34.
Standort
Der Einjährige Ziest wächst in Getreide- und Hackfruchtäckern, Kiesgruben, Brachen und z.B. an Bahndämmen. Er bevorzugt warme, trockene und vor allem kalkreiche Böden.
Verbreitung & Vorkommen
Der Einjährige Ziest kommt von Europa bis zumfernöstlichen Russland vor. Er ist ein ost-submediterranes Florenelement. Er ist in Mitteleuropa eine Charakterart des Verbands Caucalidion lappulae.
In Österreich ist die Pflanze im pannonischen Gebiet häufig, ansonsten zerstreut bis selten vorkommend. In der Schweiz ist sie allgemein verbreitet zu finden.
Einjähriger Ziest (Stachys annua, Herbarbeleg)
Der Einjährige Ziest ist in Deutschland selten. Er kommt vor allem im mittleren Teil, so etwa Rheintal, Jura und Muschelkalkgebiete und bis ins Allgäu vor. Darüber hinaus erscheint er meist nur adventiv.
Der Einjährige Ziest ist ein aus dem Orient stammender Archaeophyt.
Aus derselben Gattung (Stachys)
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