Gelbe Wiesenraute - Thalictrum flavum

Familie: Hahnenfußgewächse


Gelbe Wiesenraute Info

Thalictrum: gr. thaliktron = grünes Kraut; "Wiesenraute"
flavescens: gelblich

Die Gelbe Wiesenraute ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von (60 bis) 70 bis 110 (bis 200) cm erreicht. Unterirdische Ausläufer sind immer vorhanden. Die Stängel sind kahl und leicht kantig bis rinnig. Die zusammengesetzten Laubblätter sind doppelt bis dreifach gefiedert. Die grünen, höchstens wenig bereiften Fiederblättchen sind überwiegend drei- oder fünflappig oder -spaltig. Die unteren Fiederblättchen besitzen meist kleine, häutige Nebenblättchen (Stipellen).

Sie blüht von Juni bis August. Viele duftende Blüten stehen in einem rispigen Blütenstand zusammen, der einen schmal länglichen Umriss besitzt. Die 2,3 bis 3,1 mm langen Nüsschen weisen sechs Längsrippen auf.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 84; die Art ist dodekaploid.

Ökologie

Die Gelbe Wiesenraute ist ein Hemikryptophyt und eine Kriechpionierpflanze. Ihr Blütenduft weist darauf hin, dass sie nicht nur vom Wind sondern auch von Insekten bestäubt wird (Pollenblume). Die Früchte sind einsamige Nüsschen und sie verbreiten sich als Flügelflieger und Schwimmfrüchte.


Standort

Die Gelbe Wiesenraute bevorzugt feuchte, nährstoffarme Böden wie an Gräben und Flachmoore. Da heute die Wiesen stärker gedüngt werden, ist sie nicht mehr so oft anzutreffen. Nach Ellenberg ist sie eine Halblichtpflanze, intermediär-kontinental wachsend und eine Verbandscharakterart der Mädesüß-Uferfluren (Filipendulion ulmariae).

Verbreitung/Vorkommen

Das Verbreitungsgebiet dieser häufig verwechselten Stromtalpflanze reicht von Irland, Westfrankreich und dem Baskenland im Westen bis zum Einzugsgebiet des Ob jenseits des Urals. An der Nordgrenze endet die Verbreitung am Beginn der arktischen Klimazone, im Süden reicht das geschlossene Verbreitungsgebiet bis zu den Rhone- und Donauauen; südlich davon gibt es nur sehr sporadische Vorkommen. Angegebene Vorkommen aus Sibirien konnten nicht bestätigt werden.

Giftigkeit

Die Wiesenraute enthält einige Alkaloide, hautsächsächlich Magnoflorin, ein Aporhinalökaloid, das sowohl in Hahnenfußgewächsen (z.B. Actaea spicata)und auch in Mohngewächsen (Glaucium flavum) vorkommt.

Inhaltsstoffe

Die Wurzeln enthalten das gelb gefärbte Alkaloid Berberin und andere basische Substanzen und eignen sich zum Färben von Wolle.

Gelbe Wiesenraute in
Kräuterbuch von Jacobus Theodorus "TABERNAEMONTANUS" anno 1664


Auszug aus "New vollkommenlich Kräuter-Buch : mit schönen und künstlichen Figuren aller Gewächs der Baümen, Stauden und Kräutern...:das erste [-das ander und dritte] Theil darinn viel und mancherley heilsamer Artzeney vor allerley innerlichen und eusserlichen Kranckheiten, beyde der Menschen und des Viehes sampt ihrem nützlichen Gebrauch beschrieben werden.../ durch Iacobum Theodorum Tabernaemontanum... ; das ander und dritte Theil...verbessert durch Hieronymum Bauhinum... ; mit sehr nutzlichen Marginalien, Synonimis, newen Registern und anderm vermehret durch Hieronymum Bauhinum..."

Tabernaemontanus M.DC.LXIV (1664): Das Erste Buch Von Kraeutern Wiesenraute, Ruta pratensis major I S120

Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999

Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999

Gelbe Wiesenraute Steckbrief

Blütenfarbe: gelb; weiß;
Höhe/Länge von 50cm bis 1,2m
Blütezeit von Juni bis August
Lebensraum: Auen; Gewässer, Feuchtgebiete;
Blütenstand: Rispe
Blattstellung: mittlere Stängelblätter wechselständig
Blattspreite: geteilt
Blattrand: gesägt;
Häufigkeit: zerstreut
Lebensdauer: ausdauerndes Kraut (Staude);
Bestäubungsart: Insektenbestäubung;
Nährstoffbedarf: basenreich; nährstoffreich;
Bodenart: +/- humoser Boden; kalkhaltiger / kalkreicher Boden; lehmiger Boden / Lehmboden; toniger Boden / Tonboden; torfiger Boden / Torfboden;
PH-Wert Boden: mild; neutral;
Bodenfeuchte: wechselnass / zeitweise überschwemmt;

Gelbe Wiesenraute Systematik

Abteilung:
Spermatophyta - Samenpflanzen
Unterabteilung:
Angiospermae - Bedecktsamer
Klasse:
Dicotyledoneae (Magnoliopsida) - Zweikeimblättrige
Unterklasse:
Polycarpicae (Magnoliidae) - Vielfrüchtige
Ordnung:
Ranunculales - Hahnenfußartige (Ranales)
Familie:
Ranunculaceae
Gattung:
Thalictrum
Art:
flavum

Gelbe Wiesenraute Garten / Anbau

Boden Beschaffenheit: +/- humoser Boden; kalkhaltiger / kalkreicher Boden; lehmiger Boden / Lehmboden; toniger Boden / Tonboden; torfiger Boden / Torfboden;
Boden PH-Wert: mild; neutral;
Boden Feuchte: wechselnass / zeitweise überschwemmt;
Boden Nährstoffgehalt: basenreich; nährstoffreich;
Gemmoextrakt: Rubus idaeus - HimbeereDr. Koll Gemmoextrakt: Abies pectinata – EdeltanneDr. Koll Gemmoextrakt: Rosa canina - HeckenroseDr. Koll Gemmoextrakt: Castanea vesca - Esskastanie

Literatur

Bildquellenverzeichnis


Schütze diese Pflanze besonders!

ACHTUNG: Nicht pflücken, sammeln oder zertreten!
Diese Pflanze ist evtl. geschützt und steht auf der Roten Liste Schweiz! Kategorie VU (Verletzlich)


ACHTUNG: Nicht pflücken, sammeln oder zertreten!
Diese Pflanze ist evtl. geschützt und steht auf der Roten Liste Bayern! Kategorie V (Arten der Vorwarnliste)


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