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Gelbe Wiesenraute

Thalictrum flavum L.
Giftig ⚠️

Die Gelbe Wiesenraute ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von (60 bis) 70 bis 110 (bis 200) cm erreicht. Unterirdische Ausläufer sind immer vorhanden. Die Stängel sind kahl und leicht kantig bis rinnig. Die zusammengesetzten Laubblätter sind doppelt bis dreifach gefiedert. Die grünen, höchstens wenig bereiften Fiederblättchen sind überwiegend drei- oder fünflappig oder -spaltig. Die unteren Fiederblättchen besitzen meist kleine, häutige Nebenblättchen (Stipellen).

Sie blüht von Juni bis August. Viele duftende Blüten stehen in einem rispigen Blütenstand zusammen, der einen schmal länglichen Umriss besitzt. Die 2,3 bis 3,1 mm langen Nüsschen weisen sechs Längsrippen auf.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 84; die Art ist dodekaploid.

Ökologie

Die Gelbe Wiesenraute ist ein Hemikryptophyt und eine Kriechpionierpflanze. Ihr Blütenduft weist darauf hin, dass sie nicht nur vom Wind sondern auch von Insekten bestäubt wird (Pollenblume). Die Früchte sind einsamige Nüsschen und sie verbreiten sich als Flügelflieger und Schwimmfrüchte.

Die Wiesenraute enthält einige Alkaloide, hautsächsächlich Magnoflorin, ein Aporhinalökaloid, das sowohl in Hahnenfußgewächsen (z.B. Actaea spicata)und auch in Mohngewächsen (Glaucium flavum) vorkommt.

Giftige Pflanzenteileganze Pflanze
GiftstoffeAlkaloide, Protoanemonin

Folgesymptome

Erbrechen, Schwindel, Rötung, Juckreiz, Lähmungserscheinungen, Krämpfe

Sofortmaßnahmen

sofort Gabe von 10g Kohle-Pulver (Kohle-Pulvis)

Standort

Die Gelbe Wiesenraute bevorzugt feuchte, nährstoffarme Böden wie an Gräben und Flachmoore. Da heute die Wiesen stärker gedüngt werden, ist sie nicht mehr so oft anzutreffen. Nach Ellenberg ist sie eine Halblichtpflanze, intermediär-kontinental wachsend und eine Verbandscharakterart der Mädesüß-Uferfluren (Filipendulion ulmariae).

Verbreitung & Vorkommen

Das Verbreitungsgebiet dieser häufig verwechselten Stromtalpflanze reicht von Irland, Westfrankreich und dem Baskenland im Westen bis zum Einzugsgebiet des Ob jenseits des Urals. An der Nordgrenze endet die Verbreitung am Beginn der arktischen Klimazone, im Süden reicht das geschlossene Verbreitungsgebiet bis zu den Rhone- und Donauauen; südlich davon gibt es nur sehr sporadische Vorkommen. Angegebene Vorkommen aus Sibirien konnten nicht bestätigt werden.

Inhaltsstoffe

Die Wurzeln enthalten das gelb gefärbte Alkaloid Berberin und andere basische Substanzen und eignen sich zum Färben von Wolle.

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