Der Frühblühende Thymian ist ein kleiner Strauch, der lange, etwas holzige, kriechende Stängel ausbildet, die entweder in einem terminalen Blütenstand enden oder nicht blütentragend sind. Die blütentragenden Stängel entspringen in Reihen, sind schlank und meist nicht länger als 10 Zentimeter. An ihrer Basis steht jeweils ein Büschel kleinerer Laubblätter. Die Stängel sind rundum behaart oder nur an zwei sich gegenüberliegenden Seiten behaart. Die Laubblätter sind meist umgekehrt eiförmig, breit spatelförmig bis nahezu kreisförmig, fast lederig und an der Basis bewimpert. Die Seitenadern sind deutlich ausgeprägt, im oberen Bereich finden sich Randadern.
Frühblühender Thymian (Thymus praecox subsp. praecox) aus der Picardie
Die Tragblätter ähneln den Laubblättern. Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kelchblätter sind 3 bis 5 Millimeter lang. Die Kronblätter sind purpurfarben. Die Kronröhre ist zylindrisch und etwa so lang wie Oberlippen. Die oberen Zähne sind genau so lang wie breit.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 56, seltener 54.
Standort
Der Frühblühende Thymian gedeiht am besten auf neutral oder basisch reagierenden, trockenen, steinig-sandigen Lehmböden. Er besiedelt Trockenrasen oder feinerdereiche Felsfugen, er geht aber auch in Trockenwälder. Er ist eine Charakterart der Klasse Festuco-Brometea, kommt aber auch in Gesellschaften der Verbände Seslerio-Festucion oder Erico-Pinion vor. Er steigt bis in Höhenlagen von bis zu 3000 Metern auf.
Verbreitung & Vorkommen
Der Frühblühende Thymian ist in West-, Mittel- und Südeuropa verbreitet. In Mitteleuropa tritt er zerstreut in den Mittelgebirgen mit basisch reagierenden Böden in der Fränkischen Alb, im Alpenvorland und im östlichen Österreich auf.
In den Nördlichen und Südlichen Kalkalpen sowie im Wallis kommt er selten vor.
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