Zweigriffliger Weißdorn - Crataegus laevigata

Familie: Rosáceae - Rosengewächse

Crataegus laevigata
Bildquelle: Wikipedia User Rasbak
Kategorie: Heilpflanze Heckenpflanze Laubbaum Dornen-Stacheln Strauch

Crataegus: gr. krataios = fest (hartes Holz); "Weißdorn"
laevigatus: glatt

andere Namen: Crataegus oxyacantha auct., Crataegus oxyacanthoides Thuill.

Der Zweigriffelige Weißdorn (Crataegus laevigata) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Weißdorne (Crataegus) und gehört zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae).

Der Zweigriffelige Weißdorn ist ein Strauch oder kleiner Baum, der Wuchshöhen zwischen zwei und zehn Metern erreicht. Die Stängel sind verholzt und stark verzweigt. Sie bilden eine Vielzahl von Sprossdornen aus. Die Rinde zeigt eine glatte und hellgraue Oberfläche, wohingegen die Borke braun gefärbt ist und eine rissige Struktur aufweist. Die Laubblätter sind kahl und wenig geteilt oder bis zu einem Drittel der Spreitenhälfte gelappt. Selten sind sie bis zur Hälfte gespalten. Die Blattlappen sind stumpf.

Die Art blüht im Mai mit einer Vielzahl von reinweißen Blüten, die in Doldenrispen stehen. Die Einzelblüten sind 0,7 bis 2,5 cm breit. Die Blüte haben stets zwei oder drei Griffel, die häufig auch noch an den Früchten erkennbar sind, selten tragen einzelne Blüten auch nur einen Griffel. Die Kelchzipfel sind dreieckig, breit und etwa so lang wie breit, die Spitze ist stumpf. Die Antheren sind rot.

Nach der Blüte werden die unterständigen Fruchtknoten in ein steinhartes Kerngehäuse mit zwei oder drei Steinkernen in rote Apfelfrüchte eingeschlossen.


Verbreitung/Vorkommem

Die Art findet sich in Hecken und Waldrandgebüschen von Laubwäldern oder edellaubholzreichen Wäldern in fast ganz Europa und nördlich bis Südskandinavien.

Nach den Pflanzensoziologischen Einheiten nach Oberdorfer findet sich der Zweigriffelige Weißdorn in den Pflanzengesellschaften der Ordnungen Prunetalia spinosae (Meso- bis xerophile Hecken und Gebüsche) und Fagetalia sylvaticae (Mesophytische, buchenwaldartige Laubwälder Europas).

Der Zweigriffelige Weißdorn ist in den Florenelementen der submeridionalen montanen Zone bis zur temperaten subozeanischen Zone Europas vorhanden. In Deutschland ist er in allen Bundesländern verbreitet, kommt in den Alpen, im Schwarzwald und am Oberrhein aber nur zerstreut vor. In Ost-Schleswig-Holstein ist die Art gemein (das heißt in über 90 % aller Kartierflächen vorhanden).

Inhaltsstoffe

Die zahlreichen Fertigpräparaten auf dem Markt werden auf die vermutlichen Hauptwirkstoffe Flavonoide oder oligomere Procyanidine eingestellt.

Verwendung in der Küche

Die säuerlich-süßen Früchte des Weißdorns sind roh essbar und können zu Kompott oder Gelee verarbeitet werden. Durch ihre mehlige Konsistenz eignen sie sich eher zum Mischen mit anderen Früchten, auch für die Zubereitung zu vitaminreichem Saft oder Sirup.

Verwendung in der Pflanzenheilkunde

Zubereitungen aus den blühenden Zweigspitzen werden bei leichter Herzinsuffizienz wie dem sog. „Altersherz“ sehr häufig und mit gutem Erfolg angewandt. Blüten (Crataegi flos), Früchte (Crataegi fructus), sowie Früchte und Blätter zusammen (Crataegi folium cum flore) werden als Heildroge eingesetzt.
Weißdorn bewirkt eine verbesserte Durchblutung des Herzmuskels. Die dadurch verbesserte Kraft des Herzens führt zu einer gesteigerten, körperlichen Leistungsfähigkeit und gesteigertem Wohlbefinden. Weißdorn wirkt auch entzündungshemmend und antioxidativ.
Weißdornextrakte sind sehr gut verträglich und zur Langzeittherapie geeignet. Beschwerden durch Herzleiden müssen jedoch unbedingt ärztlich abgeklärt werden. Ihre volle Wirksamkeit entfalten Weißdornextrakte oft erst nach mehreren Wochen.

Verwendung in Homöopathie/Anthroposophie

Gemäß der anthroposophischen Menschen- und Naturerkenntnis. Dazu gehören: Harmonisierung der Herz- und Kreislauffunktionen, besonders bei Altersherz, auch bei Blutdruckregulationsstörungen; Rhythmusstörungen, besonders bei erniedrigter Herzfrequenz (Bradykardie).
Kommission C* (s. Quellen):... Harmonisierung der Herz-Kreislauf-Funktionen, besonders bei Altersherz, auch bei Blutdruck-Regulationsstörungen, Rhythmusstörungen, besonders bei Bradykardie; Erschöpfungszustände, Rekonvaleszenz und Linksherzinsuffizienz mit Belastungsdyspnoe, Stenokardie.

Sonstiges

Die Blüten sind nektarführende Scheibenblumen mit fischartigem Geruch nach Trimethylamin. Sie werden von Insekten bestäubt. Die Wurzeln sind mit ektotropher Mykorrhiza, oft mit dem Schildrötling (Entoloma clypeatum) ausgestattet. Die Pflanze kann in sehr seltenen Fällen bis zu 500 Jahre alt werden und ist sehr formenreich.

Wikipedia User Ies

Literatur

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