Gewöhnlicher Rispen-Eisenhut - Aconitum degenii subsp. paniculatum

Familie: Ranunculaceae
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Giftpflanze Alpenpflanze

<b>Gewöhnlicher Rispen-Eisenhut - <i>Aconitum degenii subsp. paniculatum</i></b>
Gewöhnlicher Rispen-Eisenhut - Aconitum degenii subsp. paniculatum
Bildquelle: Bönisch 2018; Bildlizenz: ;

Aconitum: wahrscheinl. n. d. Berg Akonitos in Pontos (Klein­asi­en), dort holte Her­kules den Höllenhund Kerberos aus dem Hades (Un­ter­welt), aus des­sen Geifer er­wuchs die Pflanze; "Eisenhut" (wg. der helm­artigen Blü­ten­form)


Gewöhnlicher Rispen-Eisenhut - Aconitum degenii subsp. paniculatum; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Rillke">Wikipedia User Rillke</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>; Gewöhnlicher Rispen-Eisenhut - Aconitum degenii subsp. paniculatum; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Sporti">Wikipedia User Sporti</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>; <br>Wiki Commons Bildbeschreibung: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Aconitum_degenii_PID1170-1.jpg" target=_blank title="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Aconitum_degenii_PID1170-1.jpg">https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Aconitum_degenii_PID1170-1.jpg</a>

Der Rispen-Eisenhut wächst als sommergrüne, ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 40 bis 300 cm. Der aufrechte oder überhängende Stängel ist ausgebreitet verzweigt. Die oberen Stängelteile sind die klebrig, flaumig-drüsig behaart. Die wechselständig am Stängel verteilt angeordneten Laubblätter besitzen unterseits eine deutliche Netznervatur.

Die Blütezeit reicht von Juli bis September . Die Vorblätter sind lineal. Die Blütenstiele sind abstehend drüsig behaart. Die zygomorphen Blüten sind blauviolett und auf dem Rücken drüsig behaart. Der Helm ist höchstens so hoch als breit. Die gebogenen Nektarien erreichen den Helmgipfel und der Stiel der Nektarblätter ist gebogen. Die Samen sind braun.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16 oder 32.


Standort

Auf den Rispen-Eisenhut kann man in Schluchten und Grauerlenwäldern subalpiner Hochstaudenfluren treffen .

Verbreitung/Vorkommen

Für den Rispen-Eisenhut werden Fundorte in Österreich, im südlichen Deutschland, in der Schweiz, im nordwestlichen früheren Jugoslawien, nördlichen Italien und südöstlichen Frankreich angegeben .

Giftigkeit

Die Giftigkeit ist von der Eisenhutart, den Standortbedingungen sowie den genetischen Faktoren der einzelnen Pflanze abhängig. Das Aconitin wird rasch durch die unverletzte Haut aufgenommen, erst recht gilt dies für die Schleimhäute, so dass Kinder gefährdet sind, wenn sie beispielsweise mit den Blüten spielen. Bei zarthäutigen Personen kann bereits eine Berührung zu Nesselausschlägen führen. Der Verzehr einiger weniger Gramm der Pflanze führt in der Regel zu Herzversagen und Atemstillstand, ein spezifisches Antidot ist nicht bekannt.
Der Pflanzenname Wolfswurz entstand aus der Verwendung des Eisenhuts als Wolfsgift. Alle Teile der Pflanze sind sehr giftig. Sie gilt als die giftigste Pflanze Europas. Die Knolle enthält zwischen 0,2 und 3 % Aconitin, je nach Jahreszeit und Größe. Das Gift öffnet die Natriumkanäle der Zellen und bewirkt eine unkontrollierte Dauererregung, die bis zur völligen Erschöpfung der Zellfunktion führt.
Bei kurzzeitigem Kontakt des Gifts mit der Haut werden die Nervenzellen erregt, sodass sich Wärmegefühl, Brennen und Prickeln einstellen. Bei längerer Exposition geht die Erregung in Taubheit und Lähmung über. Selbiges äußert sich bei oraler Aufnahme – Prickeln über Taubheit bis Lähmung der Zunge und Lippen. Bei Einnahme kommt es zu Kälteempfindlichkeit, Übelkeit, Darmkoliken, nervöser Erregung, Ohrensausen, Schwindel, Herzrhythmusstörungen und Krämpfen (z. B. Schlingkrämpfen) sowie in schweren Fällen zu Lähmungen. Der Herzrhythmus beschleunigt sich und der Tod tritt meistens infolge einer Lähmung der oberen Atemmuskulatur ein. Verantwortlich ist eine Blockade der Muskelendplatten durch das Gift.

Inhaltsstoffe

Eisenhut-Arten zählen zu den giftigsten Pflanzen der Erde. Der Blaue Eisenhut und seine nahen Verwandten sind Europas giftigste Pflanzen. Sie enthalten toxische Diterpen-Alkaloide, die sich in allen Pflanzenteilen finden. Im Wesentlichen handelt es sich um die Alkaloide Aconitin, Benzoylnaponin, Hypaconitin, Lycaconitin und Neopellin, die in unterschiedlichen Konzentrationen nachweisbar sind. Außerdem die Aminoalkohole Aconin(durch Zerfall in wässriger Lösung aus Aconitin), Napellin, Neolin und Lycoctonin. Daneben sind in manchen Arten noch Isochinolin-Alkaloide oder Katecholamine enthalten. Ferner Picroaconitin, Mesaconitin.
Dr. Koll Pflanzenextrakt Griffonia MacaDr. Koll Gemmoextrakt: Juglans regia - WalnussbaumDr. Koll Gemmoextrakt: Rosmarinus officinalis - RosmarinDr. Koll Gemmoextrakt: Fraxinus excelsior - Esche

Literatur

Bildquellenverzeichnis



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