Blauer Eisenhut - Aconitum napellus

Familie: Ranunculáceae - Hahnenfußgewächse
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Heilpflanze Garten Giftpflanze winterhart Bauerngarten Bienenblume Staude Alpenpflanze Hummelblume

Blauer Eisenhut - Aconitum napellus
Blauer Eisenhut - Aconitum napellus
Bildquelle: © Bönisch 2009 - All rights reserved

Aconitum: wahrscheinl. n. d. Berg Akonitos in Pontos (Klein­asi­en), dort holte Her­kules den Höllenhund Kerberos aus dem Hades (Un­ter­welt), aus des­sen Geifer er­wuchs die Pflanze; "Eisenhut" (wg. der helm­artigen Blü­ten­form)
napellus: Rübchen (Wurzelform)

andere Namen: Teufelswurz

Bei dem Umgang mit der Pflanze und deren Wurzelknollen ist große Vorsicht geboten, denn der Blaue Eisenhut ist die giftigste Pflanze Mitteleuropas, insbesondere die Wurzelknollen und die Samen. Das Gift dringt allein durch Berührung in die Haut ein, was zu Hautentzündungen und schweren Vergiftungen führen kann.
Bereits 0,2 g der Wurzel bewirken Vergiftungserscheinungen, 2 g der Wurzel sind tödlich. Er steht wie alle Eisenhutarten unter Naturschutz.


Blauer Eisenhut - Aconitum napellus; Bildquelle: © <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Dr. med. Frank Meyer, Nürnberg, <a target=_blank href=http://www.fb.com/magischen11>www.fb.com/magischen11</a>">Dr. med. Frank Meyer, Nürnberg, <a target=_blank href=http://www.fb.com/magischen11>www.fb.com/magischen11</a></a> - <b>All rights reserved</b>Blauer Eisenhut - Aconitum napellus; Bildquelle: © <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Dr. med. Frank Meyer, Nürnberg, <a target=_blank href=http://www.fb.com/magischen11>www.fb.com/magischen11</a>">Dr. med. Frank Meyer, Nürnberg, <a target=_blank href=http://www.fb.com/magischen11>www.fb.com/magischen11</a></a> - <b>All rights reserved</b>Blauer Eisenhut - Aconitum napellus; Bildquelle: © <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Dr. med. Frank Meyer, Nürnberg, <a target=_blank href=http://www.fb.com/magischen11>www.fb.com/magischen11</a>">Dr. med. Frank Meyer, Nürnberg, <a target=_blank href=http://www.fb.com/magischen11>www.fb.com/magischen11</a></a> - <b>All rights reserved</b>Blauer Eisenhut - Aconitum napellus; Bildquelle: © <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Dr. med. Frank Meyer, Nürnberg, <a target=_blank href=http://www.fb.com/magischen11>www.fb.com/magischen11</a>">Dr. med. Frank Meyer, Nürnberg, <a target=_blank href=http://www.fb.com/magischen11>www.fb.com/magischen11</a></a> - <b>All rights reserved</b>

Es handelt sich um eine mehrjährige, krautige Pflanze, die eine Wuchshöhe von 20 bis 100 Zentimeter erreicht. Die dunkelgrünen Laubblätter sind handförmig und fünf- bis siebenfach geteilt. Die Pflanze treibt sechs bis neun dunkelblaue Blüten, die in endständigen Trauben auftreten. Typisch für die Gattung der Eisenhutpflanzen umschließen auch beim Blauen Eisenhut die Kelchblätter die eigentlichen Blütenhüllblätter. Drei der Kronblätter sind zungenförmig und schlicht, die anderen beiden gleichen eleganten Blüten. Diese locken mit ihrem Nektar die bestäubenden Insekten. Aus bestäubten Blüten entwickeln sich mehrsamige Balgfrüchte.
Im Boden ist die Pflanze mit einer dunkelbraunen Knolle verwurzelt, die seitlich eine oder zwei hellere Tochterknollen besitzt.
Für blütenbesuchende Insekten ist es nicht leicht, an den Nektar der Eisenhutpflanzen zu gelangen. Nur den langrüsseligen Gartenhummeln gelingt das dank eines sehr langen Saugrüssels. Die Eisenhutpflanzen sind daher typische Hummelblumen. Die gegenseitige Anpassung von Hummeln und Eisenhutblüte ist so vollständig, dass das Verbreitungsgebiet der Eisenhutpflanzen mit denen der Gartenhummeln und speziell der Eisenhuthummel (Bombus gerstaeckeri) zusammenfällt.



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Standort

Der Blaue Eisenhut ist in mehreren Sorten als Zierpflanze in Gärten weit verbreitet. Die Wildform kommt in den Alpen und Mittelgebirgen an Bachufern, auf feuchten Wiesen und in Wäldern vor, bevorzugt auf kalkhaltigen Böden. Wie alle Eisenhut-Arten ist auch der Blaue Eisenhut eine geschützte Art.

Verbreitung/Vorkommen

Die Gattung Eisenhut gilt als arktische Gattung aus dem Tertiär, die sich von Sibirien aus über Europa, Asien und Amerika ausgebreitet hat, wobei als Auslöser der pflanzlichen Wanderung die Eiszeiten gelten. Etwa die Hälfte der bis heute beschriebenen Arten kommen nur in China vor.
In Mitteleuropa sind die beiden blaublühenden Arten Blauer Eisenhut (Aconitum napellus) und Gescheckter Eisenhut (A. variegatum) sowie der gelbblühende Wolfs-Eisenhut (A. lycoctonum subsp. vulparia) am weitesten verbreitet.

Giftigkeit

Das Gift öffnet die Natriumkanäle der Zellen und bewirkt eine unkontrollierte Dauererregung, die bis zur völligen Erschöpfung der Zellfunktion führt.
So blockiert das Gift die Muskelendplatten und führt zu Herzarhythmien, Krämpfen und Kreislauflähmungen. Eine Vergiftung durch Eisenhut macht sich erst durch ein Prickeln auf den Lippen und eine Taubheit der Zunge bemerkbar. Die Betäubung erfasst danach allmählich den ganzen Körper. Der Herzrhythmus beschleunigt sich und der Tod tritt meistens infolge einer Lähmung der oberen Atemmuskulatur ein.

Inhaltsstoffe

Alkaloide: Aconitin (Diterpenalkaloid), Picroaconitin, Mesaconitin, Hypaconitin.Alkamine: Aconin (Durch Zerfall in wässriger Lösung aus Aconitin), Napellin, Neopellin, Neolin.

Verwendung in der Pflanzenheilkunde

Aconitum wird bei zahlreichen schmerzhaften und entzündlichen Erkrankungen des Nerven-Sinnes-Systems eingesetzt, z.B. Neuralgien, Neuritiden, Herpes zoster. Bei rheumatischen Gelenkerkrankungen, wie akutes Halswirbelsäulen-Syndrom, kindlichem Schiefhals u.a..

Wilder Indigo, Wasserdost, Brechwurz und Eisenhut heißen die natürlichen Feinde der Erkältung: der wilde Indigo hat es auf Halsschmerzen abgesehen, der Wasserdost auf Schnupfen, der Brechwurz auf Husten und der Eisenhut auf Fieber (Dr.Loges).

Verwendung in Homöopathie/Anthroposophie

Gemäß der anthroposophischen Menschen- und Naturerkenntnis gehören zu den Anwendungsgebieten: Vorstadien fieberhafter Infekte; Schmerzzustände, auch bei erhöhter Schmerzempfindlichkeit, z.B. Trigeminusneuralgien, Schmerzen bei Gürtelrose (Zosterneuralgien), Krämpfe der glattmuskulären Hohlorgane, besonders des Bauchraumes; akute Entzündung im Magen-Darm-Bereich (akute Gastroenteritis); Angstzustände, vor allem im Zusammenhang mit Schockereignissen, Nervenschmerzen (Neuralgien) und Wirbelsäulenbeschwerden (Wurzelreizsyndrom).
Kommission C*(s. Quellen):... Prodromalstadien fieberhafter Infekte, hypersensible und neuralgiforme Zustände wie Trigeminus- und Zosterneuralgien, Spasmen der glattmuskulären Hohlorgane, besonders des Bauchraumes, akute Gastroenteritis;Angstzustände, vor allem im Zusammenhang mit Schockereignissen. Aconitum gehört zu den wichtigsten Arzneipflanzen überhaupt.

Als Heilkraut sollte man Eisenhut auf keinen Fall eigenständig einsetzen. Er darf nur in homöopathischer Verdünnung ab D4 angewendet werden. Dann ist Aconitum jedoch eines der wichtigsten Fiebermittel der Homöopathie. Insbesondere zu Beginn eines Infektes, wenn das Fieber schnell ansteigt, ist Aconitum einzusetzen. toxi-loges® enthält Aconitum in sinnvoller Verdünnung und hilft so zuverlässig bei fieberhaften Erkältungskrankheiten (Dr.Loges)

Arzneimittel:

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In 10 g (10 ml) Mischung enthaltendie Wirkstoffe:
2,00 g Echinacea Ø
1,00 g Eupatorium perfoliatum Ø
1,00 g Baptisia (HAB 34) Ø (HAB, Vorschrift 3a)
0,40 g China Ø
1,85 g Bryonia Dil. D4 vinos.
1,85 g Aconitum Dil. D4 vinos.
1,85 g Ipecacuanha Dil. D4 vinos
1 ml entspricht 30 Tropfen.
Sonstige Bestandteile: Likörwein (enthält 38 Vol.-% Alkohol).

Die Anwendungsgebiete leiten sich von den homöopathischen Arzneimittelbildern ab. Dazu gehören: Besserung der Beschwerden bei Infekten der oberen Atemwege. Warnhinweis: Enthält 38 Vol.-% Alkohol. Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.


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Blauer Eisenhut - Garten/Anbau

Ausaat von 8 bis 3
Saatort: Direktsaat
Lichtanspruch: Halbschatten; Licht;
Boden Beschaffenheit: +/- humoser Boden; lehmiger Boden / Lehmboden; toniger Boden / Tonboden;
Boden PH-Wert: mild; sauer;
Boden Feuchte: frisch; nass; wechselfeucht;
Boden Nährstoffgehalt: mäßig nährstoffreich;

Die Wildformen sowohl des Blauen Eisenhuts als auch des Gelben Eisenhuts (Aconitum vulparia) sind in den ersten Jahren wenig konkurrenzstark. Die Zuchtform, die sich einfacher vermehren lässt, ist ausdauernd und leicht zu kultivieren.
Beide Formen lieben einen lehmig-humosen Boden in halbschattiger Lage. Bei ausreichender Bodenfeuchte können der Blaue Eisenhut und der Gelbe Eisenhut auch vollsonnig stehen.
In der Kultur ist darauf zu achten, dass die Samen eine Frostperiode erhalten müssen, um zu keimen. Dazu reicht es, sie z.B. mit feuchtem Sand vermischt in einer Plastiktüte für zwei Wochen in den Gefrierschrank zu legen.

Literatur




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