Gewöhnliche Akelei - Aquilegia vulgaris

Familie: Ranunculaceae
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Garten Giftpflanze Bauerngarten Guerilla Gardening Hummelblume Alpenpflanze

<b>Gewöhnliche Akelei - <i>Aquilegia vulgaris</i></b>
Gewöhnliche Akelei - Aquilegia vulgaris
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Aquilegia: lat. aqua = Wasser, legere = sammeln (füllhornartige Form der Blüten­hülle); "Akelei"
vulgaris: allgemein, gewöhnlich

Der Lotuseffekt kann nicht nur bei der Lotuspflanze beobachtet werden. Auch bei der Akelei funktioniert das.

Gewöhnliche Akelei - Aquilegia vulgaris; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Carl Axel Magnus Lindman Bilder ur Nordens Flora 1901-1905">Carl Axel Magnus Lindman Bilder ur Nordens Flora 1901-1905</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/publicdomain/deed.de" target=_blank title="Public Domain">Public Domain</a>; Gewöhnliche Akelei - Aquilegia vulgaris; Bildquelle: © <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Bönisch 2009">Bönisch 2009</a> - <b>All rights reserved</b>Gewöhnliche Akelei - Aquilegia vulgaris; Bildquelle: © <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Bönisch 2005">Bönisch 2005</a> - <b>All rights reserved</b>Gewöhnliche Akelei - Aquilegia vulgaris; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Rotatebot">Wikipedia User Rotatebot</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>; <br>Wiki Commons Bildbeschreibung: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Aquilegia_vulgaris01RHu.jpg" target=_blank title="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Aquilegia_vulgaris01RHu.jpg">https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Aquilegia_vulgaris01RHu.jpg</a>

Bestäubung

Die Gemeine Akelei wird vor allem durch Hummeln bestäubt

Bestäubt werden die Akeleien nur von Insekten mit ausreichend langem Rüssel, etwa Hummelarten. Ein solcher Rüssel ist notwendig, um den am Grund der Sporne der Honigblätter ausgeschiedenen Nektar zu erreichen. Angelockt werden die Hummeln durch die Farbe der Blütenblätter sowie durch den Duft. Die Insekten halten sich mit den Vorderbeinen am Rand der Kronblätter fest und dringen mit ihrem Kopf in den lang ausgezogenen Sporn ein.

Die Akelei gehört zu den Pflanzen, bei denen Staub- und Fruchtblätter zu unterschiedlichen Zeitpunkten reifen. Über diesen Mechanismus stellen die Pflanzen sicher, dass die Narben der Blüte durch den Pollen einer anderen Pflanze bestäubt werden. Als sogenannte vormännliche Pflanze (Proterandrie) reifen bei der Akelei zuerst die Staubblätter. Daher wird, solange die Blüte sich noch in ihrem vormännlichen Stadium befindet, der Hinterleib der Hummeln mit Pollen eingestäubt. Sind die Blüten bereits älter und damit weiblich, nehmen die dann reifen Narben den Pollen auf, den die Hummeln von anderen Akeleipflanzen mitbringen.

Kurzrüsselige Hummeln beißen gelegentlich den Sporn der Akelei von außen an und holen sich den Nektar, ohne dabei die Blüte zu bestäuben. Ist das Loch vorhanden, finden sich auch bald Bienen ein, die gleichfalls als „Nektardiebe“ den Nektar aufnehmen, ohne eine Bestäubung vorzunehmen (vgl. Foto).
Aquilegia vulgaris
Aquilegia vulgaris

Verbreitung des Samens

Die Gemeine Akelei nutzt mehrere Mechanismen zur Ausbreitung ihrer Diasporen. Sie zählt sowohl zu den sogenannten Austrocknungsstreuern, als auch zu den Wind- und Tierstreuern.

Mit dem Verblühen der Blüten bilden sich die nach oben gerichteten Balgfrüchte aus, die auf den verlängerten elastischen Fruchtstielen sitzen. Während des im Juli beginnenden Reifungsprozesses dieser Balgfrüchte trocknen die Fruchtwände aus, und durch diesen Trocknungsprozess öffnen sich die Balgfrüchte ruckartig entlang ihrer längsverlaufenden Bauchnaht. Dabei werden die jeweils oberen Samen fortgeschleudert. Dieser Mechanismus wird als Austrocknungsstreuung bezeichnet. Typischer ist jedoch, dass die Samen der Gemeinen Akelei durch Wind oder Tiere verstreut werden. Der Wind löst die Samen aus den geöffneten Früchten und trägt sie mit sich fort. Bei Tieren verhaken sich die Balgfrüchte mit ihren behaarten Oberflächen für einen kurzen Moment im Fell der Tiere, um bei der Ablösung vom Tierfell ruckartig wieder nach oben zu schnellen. Dieser Rückstoß bewirkt, dass die Samen aus der Balgfrucht herausgeschleudert werden (sogenannte Semachorie).


Standort

Die Art kommt zerstreut in kraut- und grasreichen, meist lichten Eichen- und Buchen-Mischwäldern (Fagetalia- oder Quercetalia pubescenis-Gesellschaften; schwache Querco-Fagetea-Klassencharakterart) vor, ferner im Randbereich von Hecken, auf Trocken- und Halbtrockenrasen sowie im Saumbereich von Wiesen, so im Geranion sanguinei und selten in Mesobromion-, Glatthaferwiesen (Arrhenatheretalia-) oder in Thlaspietalia-Gesellschaften. Die Standorte befinden sich auf sommerwarmen, mäßig trockenen bis frischen, nährstoff- und basenreichen, gern kalkhaltigen, mild-mäßig-sauer-humosen, lockeren, steinigen, sandigen oder reinen Lehmböden; es handelt sich um eine Mullbodenpflanze. Je sonniger der Standort ist, desto frischer sollte der Boden sein.

Häufige Begleitpflanzen der Gemeinen Akelei sind die Stinkende Nieswurz und das Leberblümchen.

Verbreitung/Vorkommen

Die Gemeine Akelei ist in ganz West-, Mittel- und Südeuropa verbreitet, in England ursprünglich wohl nur in den Kalkgebieten Südenglands, in Skandinavien bis etwa 66° n. Br., in Dänemark wahrscheinlich nur auf Bornholm ursprünglich, sonst verwildert, auch für Skandinavien ist nur von einer Verwilderung auszugehen, im östlichen baltischen Gebiet aber spontan, in Russland meist verwildert, sowie weiterhin die Hochgebirge der Maghreb-Länder Nordafrikas. Im gemäßigten Asien und China wird die gemeine Akelei von verwandten Arten abgelöst.

Dabei liegt aber der Schwerpunkt ihrer natürlichen Vorkommen zumindest in der Atlantischen bis Zentraleuropäischen Florenregion fast ganz in den südlichen Unterprovinzen. Ihre europäische Arealdiagnose wird mit (meridional) – submeridional – temperat – gemäßigt ozeanisch in der kühl- bis warmgemäßigten Zone der westlichen Holarktis angegeben.

Die Art hat nach Angaben im Atlas Florae Europaeae vier Unterarten:

Aquilegia vulgaris L. subsp. vulgaris
Aquilegia vulgaris L. subsp. dichroa (Freyn) T.E.Díaz
Aquilegia vulgaris L. subsp. nevadensis (Boiss. & Reut.) T.E.Díaz
Aquilegia vulgaris L. subsp. paui (Font Quer) O.Bolòs & Vigo

Dazu kommen im Mittelmeergebiet noch:

Aquilegia vulgaris L. subsp. ballii (Litard. & Maire) Dobignard, kommt nur in Marokko vor
Aquilegia vulgaris L. subsp. cossoniana (Maire & Sennen) Dobignard, kommt nur in Algerien und in Marokko vor
Aquilegia vulgaris L. subsp. hispanica (Willk.) Heywood, kommt nur in Spanien und Portugal vor.

Daneben sind bei der polymorphen Art zahlreiche Varietäten beschrieben worden. Zu den nah verwandten Arten des europäischen vulgaris-Komplexes gehören insbesondere noch die Dunkle Akelei (Aquilegia nigricans) mit dunkel blauvioletten Blüten aus Ost und Südosteuropa, sowie die Schwarze oder Schwarzviolette Akelei (Aquilegia atrata). Als sicheres Unterscheidungsmerkmal dient dabei jeweils die Länge der Staubblätter, die sowohl bei der Schwarzvioletten als auch der Dunklen Akelei die Lamina der Petalen deutlich überragt (6–8 mm). Bei der Gemeinen Akelei sind die Staubblätter kaum sichtbar und ragen daher auch maximal nur 2 mm aus der Blüte. Auch ist die Blütenfarbe ein sicheres Kennzeichen, die Petalen der Dunklen und der Schwarzvioletten Akelei sind mauvefarben bis deutlich braunviolett, die der Gemeinen Akelei in der Regel einfach blau. Auch die Form der Blätter kann ein sicheres Kennzeichen sein, wenn keine Blüten vorhanden sind. Nur die Gemeine Akelei hat gerundete, bis fast herzförmige Blätter, die Blätter der Dunklen und der Schwarzvioletten Akelei sind dagegen deutlich tiefer gespalten und am Blattende leicht zugespitzt. Die Schwarzviolette Akelei hat braunviolette/braunpurpurne, selten weiße Blüten und ist in den Kalk-Alpen, dem Alpenvorland und der Schwäbischen Alb zu finden. Unter den zu den Unterarten der Gewöhnlichen Akelei zu stellenden endemischen Akeleien Europas werden noch Aquilegia barbaricina Arrigoni & Nardi aus Sardinien und möglicherweise auch Aquilegia pancicii Degen aus Ostserbien erwähnt.

Giftigkeit

Der Verzehr von 20 Gramm der bitter schmeckenden Blätter führt bereits zu leichten Vergiftungserscheinungen. Zu den Symptomen einer solchen Vergiftung gehören Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Atemnot, Herzbeschwerden und Benommenheit. Als Behandlungsmaßnahmen bei einer Vergiftung durch versehentlichen Verzehr kommen vor allem das Auslösen von Erbrechen und die Einnahme von Aktivkohle in Betracht.
Die in der Gemeinen Akelei enthaltenen Isochinolinalkaloide sind starke Reizgifte. Sie können auf der Haut Brennen, Rötung, Blasenbildung und eventuell sogar die Entstehung von Nekrosen auslösen.

Inhaltsstoffe

Die Akelei zählt zu den Giftpflanzen, die neben Isochinolinalkaloide wie Magnoflorin auch ein krebserregendes Blausäure-Glykosid das Dhurrin enthält. Dieses Blausäure-Glykosid ist in geringen Mengen insbesondere in den Samen enthalten.
Protoanemonin ist nur in sehr geringen Mengen enthalten.
Protoanemonin (auch Anemonol oder Ranunculol) ist ein Lacton der Hydroxy-penta-2,4-diensäure, welches in unterschiedliche Konzentration als Toxin in allen Hahnenfußgewächsen vorkommt.
Protoanemonin wird bei Verletzung der Pflanzen freigesetzt und bei Kontakt mit der Haut oder Schleimhaut kommt es zu äußeren Vergiftungserscheinungen wie Rötung, Juckreiz oder gar Blasenbildung auf der Haut (Hahnenfußdermatitis). Bei der inneren Aufnahme beeinflusst es das Nervensystem: Es kommt zu Erbrechen, Durchfall und Schwindelanfällen, aber auch zu Krämpfen und Lähmungserscheinungen.

Es ist wirksam gegenüber Pilzen.

Beim Trocknen der Pflanze wird Protoanemonin in das ungiftige Anemonin übergeführt.

Verwendung in der Pflanzenheilkunde

Die Akelei zählte im Mittelalter in Europa zu den bekannten Heilmitteln. Als Erste erwähnt Hildegard von Bingen die Gemeine Akelei als Heilpflanze.
Während heute Gartenbücher davor warnen, dass Akelei giftige Verbindungen enthält, schreibt Tabernaemontanus in seinem 1588 erschienen New Kreuterbuch:
Wiewohl nun dieses Gewöchs bey unsern Medicis sehr wenig oder gar nicht im Gebrauch/ so ist doch rathsamer dass es auch vor anderen frembden Gewächsen seinen Platz in der Apotheken habe / sintemal es ein nützliches und heylsames Kraut ist/ und beyde jnnerlich und eusserlich ... sehr nützlich zu gebrauchen.
Als innerliche Anwendung empfiehlt Tabernaemontanus das Mittel gegen Potenzstörungen.
In dem 1606 erschienenen medizinischen Werk Horn des heyls Menschlicher Blödigkeit oder Kreutterbuch nach rechter Art der Himmlischen Einfließungen beschrieben durch Philomusum Anonymum werden bereits 273 Anwendungsmöglichkeiten der Akeleipflanze beschrieben. Unter anderem heißt es: ...es ist gut hitzigen Leuten, die gerne zürnen. Alle Teile der Pflanze wurden als Heilmittel gegen Skorbut und Gelbsucht und bei Leber- und Gallenleiden und Magenbeschwerden benutzt. Der scharfe Saft der Blätter sollte Wunden heilen, und man glaubte, dass die Pflanze junge Paare vor bösem Zauber schützte.
In der Volksmedizin wurde die Akelei nur gelegentlich verwendet. Typische Anwendungsbereiche waren Menstruationsbeschwerden, Augenerkrankungen, Hals- und Rachenentzündungen sowie Gallenbeschwerden. Der Saft der im Mörser zerstoßenen Blätter sollte gegen Grind und Hautausschläge helfen und - wenn er in Fisteln geträufelt wurde - deren Abheilung bewirken. In einigen Gegenden des Siegerlandes wurde die Akelei im Frühjahr gesammelt und als Wildgemüse gegen Krebs gegessen. Die getrockneten, gepulverten Blätter waren auch einer der wesentlichen Bestandteil einer im Dillkreis verwendeten Krebsarznei - wirksam war sie allerdings nur, wenn man die Pflanze schweigend gesammelt hatte. Die giftigen Wirkstoffe der Samen wurden außerdem früher gegen äußere Körperparasiten eingesetzt. Ein Sud der Samen sollte beispielsweise gegen Läuse helfen.
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Gewöhnliche Akelei - Garten/Anbau

Ausaat von 1 bis 3
Saatort: Direktsaat
Saattiefe: 1cm
Lichtanspruch: Halbschatten; Licht; Schatten;
Boden Beschaffenheit: +/- humoser Boden; lehmiger Boden / Lehmboden;
Boden PH-Wert: mäßig sauer; mild;
Boden Feuchte: frisch; trocken;
Boden Nährstoffgehalt: basenreich; nährstoffreich;

Die Akelei ist anspruchslos, samt sich gern selbst aus und lässt sich leicht verwildern.

Gewöhnliche Akelei in
Kräuterbuch von Jacobus Theodorus "TABERNAEMONTANUS" anno 1664


Auszug aus "New vollkommenlich Kräuter-Buch : mit schönen und künstlichen Figuren aller Gewächs der Baümen, Stauden und Kräutern...:das erste [-das ander und dritte] Theil darinn viel und mancherley heilsamer Artzeney vor allerley innerlichen und eusserlichen Kranckheiten, beyde der Menschen und des Viehes sampt ihrem nützlichen Gebrauch beschrieben werden.../ durch Iacobum Theodorum Tabernaemontanum... ; das ander und dritte Theil...verbessert durch Hieronymum Bauhinum... ; mit sehr nutzlichen Marginalien, Synonimis, newen Registern und anderm vermehret durch Hieronymum Bauhinum..."

Tabernaemontanus M.DC.LXIV (1664): Das Erste Buch Von Kraeutern Ackeley S97, Weiß Ackeley S98

Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999

Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999

Sonstige Verwendung

Die Akelei ist wahrscheinlich seit dem späten Mittelalter eine Zierpflanze europäischer Gärten. Da Herbarien erst ab dem 17. Jahrhundert angelegt wurden und erste botanische Bücher erst im 16. Jahrhundert geschrieben wurden, lässt sich ein genaueres Datum nicht bestimmen. Einen der ältesten Hinweise auf eine Verwendung der Akelei als Zierpflanze liefert dagegen die mittelalterliche Kunst. Auf dem um 1410 entstandenen „Paradiesgärtlein“ eines unbekannten oberrheinischen Meisters, das sich heute im Frankfurter Museum Städel befindet, ist neben zahlreichen anderen Zierpflanzen auch eine Akelei zu erkennen. Auch Hieronymus Bock berichtet 1539 in seinem „Kreutterbuch“ von einer „Agleyblume“, die häufig angebaut wird:

„Das Agleykraut wachßt gemeinlich in unsern Landen in den Gärten. Man findts aber auch in den Wäldern die inn der höhe ligen.“

Leonhard Fuchs berichtete bereits 1543, dass neben Pflanzen mit der üblichen blau gefärbten Blüte auch schon solche mit weißen oder rötlichen bekannt seien. Gefüllte Sorten werden erstmals 1561 beschrieben, und im Hortus Eystettensis wurden 1613 zwölf kultivierte Formen der Gemeinen Akelei genannt.

Die pflegeleichte Gemeine Akelei, die allerdings schon um 1900 als altmodische Blume galt, ist heute noch häufig in Gärten zu finden. Sie gedeiht besonders gut an lichten bis halbschattigen Stellen im Garten, die einen humosen Boden aufweisen, und wird häufig mit Farnen und Anemonen kombiniert.

Genauso häufig wie die Gemeine Akelei findet man jedoch in europäischen Gärten langspornige Akeleisorten. Diese sind nicht auf die Gemeine Akelei zurückzuführen. Es handelt sich meistens um Hybriden nordamerikanischer Akeleiarten, die nach 1800 zunehmend in Europa eingeführt wurden.

Sonstiges

Bestand und Bedrohung

In einigen deutschen Bundesländern gilt die Gemeine Akelei als in ihrem Bestand gefährdet, in Brandenburg gilt sie sogar als ausgestorben. Das Pflücken, Ausgraben oder Besitzen wildwachsender Akeleien ist generell untersagt, ebenso wie ihre Standorte oder Bestände nicht betreten werden sollen. Alle Akeleien sind „besonders geschützt“ nach dem Bundesnaturschutzgesetz (Bundesartenschutzverordnung). Sie wurde 1985 in Deutschland als eine der ersten Pflanzen zur Blume des Jahres gekürt. Einige Arten der Gattung Aquilegia sind auch FFH-Arten (Aquilegia bertolonii: FFH II, A. kitaibelii FFH II, A. pyrenaica subsp. cazorlensiss (prioritär) FFH II, A. alpina FFH iV (streng)).

In einigen Landschaften haben sich die Pflanzen in neuer Zeit wieder ausgebreitet, was zum Teil auf die Verschleppung von Samen zurückgeführt wird. Zu Lebensraumverlusten kommt es, wenn weit auseinander stehende Laubholzbestände in Nadelholzreinkulturen umgewandelt oder wenn Magerwiesen aufgeforstet werden.

Die Gewöhnliche Akelei verträgt eine einmalige Mahd sehr gut. Wird dagegen an ihren Standorten häufiger gemäht oder intensiver geweidet, wächst sie nicht mehr nach.

Literatur

Bildquellenverzeichnis



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