Sand-Segge - Carex arenaria

Familie: Riedgrasgewächse

Kategorie: Sauergräser  

Sand-Segge Info

Carex: lat. carex = Riedgras; "Segge"
arenarius: sandig (Standort), auf Sand wach­send

Die Gattung Carex ist außerordentlich formen- und artenreich. Sie umfasst momentan mindestens 150 zum Teil schwer unterscheidbare Arten bzw. Unterarten und Übergangsformen, die nur mit spezieller Literatur zu bestimmen sind.

Vegetative Merkmale

Die Sand-Segge ist eine immergrüne, ausdauernde Pflanze erreicht Wuchshöhen zwischen 15 und 30 Zentimetern. Im Schatten wachsende Pflanzen können zuweilen 1 Meter hoch werden. Sie bildet lange, meterweit meist schnurgeradeaus kriechende Ausläufer. Mit Hilfe ihres Rhizoms kann sie 0,5 bis 4 Meter weit wandern; die älteren Rhizomabschnitte sterben dabei ab. Die im Durchmesser 2 bis 3 Millimeter messenden Rhizome tragen braune, sich faserig auflösende Niederblätter. Die aufrechten Stängel sind scharf dreikantig und oben rau. Schattenformen wachsen dagegen oft bogig überhängend. Die starren, rinnigen und 2 bis 4 Millimeter breiten Laubblätter wachsen steif aufrecht. Die Blattscheiden sind braun.

Generative Merkmale

Der ährige Blütenstand ist 2 bis 5 Zentimeter lang und enthält 5 bis 15 Ährchen. Die Blüten eingeschlechtig. Die unteren Ährchen tragen weibliche Blüten; die mittleren am Grunde weibliche und an der Spitze männliche Blüten; die oberen Blüten sind rein männlich. Bei Schattenformen sind die unteren Ährchen oft auseinandergezogen, sonst dicht stehend. Die zugespitzten und gelblichen Spelzen sind schmal und eiförmig-lanzettlich. Die männlichen Blüten besitzen drei Staubblätter. Die weiblichen Blüten sind mit einem zweinarbigen Fruchtknoten ausgestattet. Die plankonvexen und an den Rändern breit geflügelten Fruchtschläuche (Utriculi) sind bei einer Länge von 4 bis 5 Millimetern sowie einer Breite von 1,8 bis 2 Millimetern etwas länger als die Spelzen. Sie sind zweizähnig geschnäbelt. Reife Ähren werden braun.

Die Blütezeit erstreckt sich von Mai bis Juni.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 58, 64.

Ökologie

Ausläufer der Sand-Segge

Die Sand-Segge ist ein Geophyt oder Hemikryptophyt. Ihre unterirdischen Ausläufer sind bis zu 10 Meter lang, nur 2 bis 3 Millimeter dick und scharfspitzig. Von ihnen gehen in regelmäßigen Abständen oberirdische Sprosse mit Adventivwurzeln aus. Die jungen Sprosse bestehen im Wesentlichen aus Büscheln schmal rinniger Blätter. Die oberflächennahen Feinwurzeln ermöglichen eine Wasserversorgung auch an trockenen Standorten. Sie benötigt zur Keimung viel Feuchtigkeit. Erst nach drei Monaten, in denen der Keimling nicht austrocknen darf, ist das Rhizom kräftig genug, um die Pflanze aus dem Boden mit Wasser zu versorgen. Mit Hilfe ihrer tiefgreifenden Haftwurzeln kann sich die Sand-Segge im lockeren, leicht vom Wind verwehten Sand leicht verankern. Wird sie übersandet, bildet sie rasch neue Sprosse. Sie kann die Vegetationslücken in den Dünen auf diese Weise schnell schließen. Außerdem breitet sie sich über Stolonen aus – Ausläufer, die auf einer geraden Linie Pflanzen aus dem Boden wachsen lassen. So kann die Pflanze offene Stellen im Sand quasi wie eine Nähmaschine "zunähen". Die vegetative Vermehrung durch die Ausläufer herrscht bei der Sand-Segge vor.

Blütenökologisch handelt es sich um vorweibliche, windblütige Art vom „Langstaubfädigen Typ“, die reichlich Pollen produziert. Neben Windbestäubung ist auch Selbstbestäubung erfolgreich. Der Pollen von Carex-Arten duftet und wird wohl deshalb auch von Insekten angenommen, wodurch es auch zur Insektenbestäubung kommen kann.

Die Frucht und Diaspore (Ausbreitungseinheit) der Carex-Arten ist eine vollständig von einem Utriculus eingehüllte kleine Nuss. Dabei können das oft geschnäbelte, zweizähnige Ende des Utriculus zur Klettausbreitung und die zwischen Utriculus und eigentlicher Frucht eingeschlossene Luftblase- namentlich bei allen Nässe liebenden Arten- zur Schwimmausbreitung dienen. Speziell bei der Sand-Segge kommt dazu die Ausbreitung als Regenschwemmling und wegen der im unteren Teil geflügelten Utriculi wohl auch die Ausbreitung als Adhäsionshafter.


Standort

Sie besiedelt Küstendünen, sowie Flugsandebenen und -dünen des Binnenlandes. Die Sand-Segge ist ein Sandbodenpionierpflanze und festigt durch ihr „Wurzelwerk“ den lockeren Sand der Dünen. Sie bildet mit einem meterweit kriechenden Rhizom („Wurzelstock“), von dem aus alle 5 bis 10 Zentimeter neue Sprosse emporwachsen, fast schnurgerade Reihen und wird daher landläufig als „Soldatensegge“ oder „Nähmaschine Gottes“ bezeichnet. Die Sand-Segge gedeiht am besten auf offenen, trockenen, lockeren, basen- und stickstoffarmen und meist kalkfreien, sauren Sandböden. Sie ist eine Charakterart der Ordnung Corynephoretalia.

Verbreitung/Vorkommen

Die Sand-Segge ist Nord-, West- und Mitteleuropa von Portugal bis Südskandinavien bis hin nach Russland verbreitet. In Nordamerika ist Carex arenaria ein Neophyt. In Mitteleuropa kommt sie in den Dünen von Nord- und Ostsee sowie in der Geest des Tieflands häufig vor; oft ist sie auch angepflanzt; sonst tritt sie im Binnenland Mitteleuropas nur vereinzelt auf.

Sand-Segge Steckbrief

Blütenfarbe: grün, braun oder unscheinbar;
Höhe/Länge von 15cm bis 60cm
Blütezeit von Mai bis Oktober
Lebensraum: Ebene; Halbtrockenrasen; Meerestrand und -küste, Dünen, Salzwiesen; Trockenrasen;
Blütenstand: Ähre oder Quirl
Blattstellung: mittlere Stängelblätter wechselständig
Blattspreite: ungeteilt
Blattrand: ganzrandig;
Häufigkeit: verbreitet
Lebensdauer: ausdauerndes Kraut (Staude);
Höhenstufen: Ebene / Tiefland (0-450m);
Lichtbedarf: Licht;
Nährstoffbedarf: basenarm; nährstoffreich;
Bodenart: kalkarmer / kalkfreier Boden; sandiger Boden / Sandboden;
PH-Wert Boden: sauer;
Bodenfeuchte: trocken;

Sand-Segge Systematik

Abteilung:
Spermatophyta - Samenpflanzen
Unterabteilung:
Angiospermae - Bedecktsamer
Klasse:
Monocotyledoneae (Liliopsida) - Einkeimblättrige
Unterklasse:
Junciflorae (Júncidae) - Binsenähnliche
Ordnung:
Cyperales - Riedgrasartige
Familie:
Cyperaceae
Gattung:
Carex
Art:
arenaria

Sand-Segge Garten / Anbau

Lichtanspruch: Licht;
Boden Beschaffenheit: kalkarmer / kalkfreier Boden; sandiger Boden / Sandboden;
Boden PH-Wert: sauer;
Boden Feuchte: trocken;
Boden Nährstoffgehalt: basenarm; nährstoffreich;
Dr. Koll Pflanzenextrakt: Gelber Enzian – Gentiana luteaDr. Koll Gemmoextrakt: Fraxinus excelsior - EscheDr. Koll Pflanzenextrakt: Darm aktiv - Dr. KollDr. Koll GemmoKomplex Nr. 1

Literatur

Bildquellenverzeichnis


Diese Webseite verwendet Cookies. Hier erfahren Sie alles zum Datenschutz