Die Dünnährige Segge ist eine ausdauernde, immergrüne, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 40 bis 100 cm erreicht. Sie bildet kurze Ausläufer. Die Stängel sind glatt und dreikantig.
Die Blätter sind 5 bis 12 mm breit und flach längs gefaltet. Sie können undeutlich gekielt sein. Sie sind kahl, grasgrün, die Oberseiten sind mit rauen Zahnreihen besetzt. Die unteren Blattscheiden haben keine Spreit und sind hellbraun. Die Blatthäutchen sind spitzwinklig. Die Blätter sind stets kürzer als die Stängel.
Die Dünnährige Segge zählt zu den verschiedenährigen Seggen. Das endständige Ährchen ist männlich. Es gibt drei bis fünf, selten bis sieben weibliche Ährchen. Sie sind lockerblütig und schlank mit kurzem Stiel. Sie stehen fast aufrecht und sind teils über 7 cm lang, dabei nur 2 bis 3 mm breit. Die Hüllblätter haben eine rechte lange, stängelumfassende Scheide. Das unterste Hüllblatt überragt sein Ährchen, nicht jedoch den ganzen Blütenstand. Das Tragblatt ist spitz und bleich-grün mit weißem Hautrand. Es ist kürzer als die Frucht. Blütezeit ist Juni und Juli, die Bestäubung erfolgt durch den Wind (Anemophilie).
Die Frucht ist 3 mm lang, grün mit Längsadern, kahl bis leicht rau. Die Form ist lanzettlich-elliptisch, das Ende ist allmählich verschmälert, der Schnabel ist kurz, während er bei der ähnlichen Wald-Segge lang ist. Der Stempel hat drei Narben.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 66.
Standort
Die Dünnährige Segge wächst in feuchten Laubwäldern, in Bach-Auwäldern und in quelligen Bereichen. Sie kommt vorwiegend auf nährstoffreichen, kalkarmen dichten Böden vor. Sie steigt bis in die montane Höhenstufe. Sie ist ein Vernässungszeiger. Sie ist eine Verbands-Charakterart des Alno-Ulmion minoris. Ihren Verbreitungsschwerpunkt hat sie in Mitteleuropa im Carici remotae-Fraxinetum und Pruno-Fraxinetum, kommt aber auch in Gesellschaften des Verbands Cardamino-Montion vor.
Verbreitung & Vorkommen
Die Dünnährige Segge kommt von Europa bis zum nördlichen Iran vor. Sie gedeiht in den submeridional-montanen bis temperaten Florenzonen mit ozeanischem Klima vor (Kontinentalitätsstufe 1 bis 2). In Österreich gilt die Art als gefährdet.
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