Nessel-Seide - Cuscuta europaea

Familie: Windengewächse

Kategorie: Kletterpflanze  Vollschmarotzer  besondere Pflanzen  

Nessel-Seide Info

Cuscuta: arab. kuskuta, lat. cuscuta = eine Schma­rot­zer­pflan­ze; "Teu­felszwirn", "Kleeseide" oder "Seide"
europaeus: europäisch

Die über 200 Arten der Gattung Cuscuta sind fast weltweit verbreitet. Sie besitzen kein Blattgrün (Chlorophyll) und ernähren sich parasitisch von anderen Pflanzenarten. Seide oder auch Teufelszwirn (Cuscuta) ist die einzige Gattung der Tribus Cuscuteae innerhalb der Pflanzenfamilie der Windengewächse (Convolvulaceae). Weitere deutsche Trivialnamen sind Jungfernhaar, Kletterhur, Schmarotzerseide und Hexenseide.

Die Nominatform Gewöhnliche Nessel-Seide (Cuscuta europaea L. ssp. europaea) hat einen fadenförmigen, 20 bis 100 cm langen, windenden Stängel von anfangs grünlicher oder rötlich-gelber Farbe, später ist er rot überlaufen. Laubblätter und Wurzeln fehlen. Chlorophyll ist nur in Resten vorhanden.

Die Blüten sitzen in 10 bis 15 mm breiten Knäueln. Die rötlichen bis weißlich-gelben oder reinweißen Blüten sind drei- bis vier- bis fünfzählig (meistens vierzählig). Sie haben zwei bis vier Griffel; die Narbe ist fadenförmig. Die Kronblattschuppen sind klein, zart bis fehlend, die Kronröhre ist daher offen. Die Blütezeit ist Juni bis September.

Es werden Kapselfrüchte mit je vier hartschaligen Samen gebildet.

Die Nessel-Seide ist ein Therophyt, d.h. der Vollschmarotzer ist einjährig. Er ist ein Linkswinder. Der fadenförmige, keimblattlose Keimling bewegt sich dadurch fort, dass er an der Spitze weiterwächst und am hinteren Ende abstirbt, wobei die Baustoffe nach vorne wandern. Bei Kontakt mit einer Wirtspflanze windet er sich um diese und bildet Saugfortsätze (Haustorien), die unter Auflösung der Zellwände des Wirtes bis zu den Sieb- und Gefäßteilen vordringen und dort Wasser und die gelösten Assimilate entziehen. Allerdings kann die Pflanze auch Zucker vom Wirt beziehen, ohne bis in den Siebteil einzudringen. Bei übermäßiger Ausbeutung kann sie die Wirtspflanze auch zum Absterben bringen.

Je nach Wirt liegt eine Langtag- oder Kurztagpflanze vor. Die Blüten sind als „Glockenblumen mit klebrigem Pollen“ ausgebildet und in köpfchenförmigen Blütenständen in den Achseln winziger Tragblätter angelegt. Der Nektar ist bedeckt. Als Besucher kann man Wespen, vor allem Grabwespen, beobachten (Wespenblume). Die Blüten bleiben teilweise geschlossen (also kleistogam), ihre Lebensdauer beträgt in etwa zehn Tage. Es erfolgt Zufallsverbreitung durch Weidetiere.


Verbreitung/Vorkommen

Die Nessel-Seide wächst in Staudengesellschaften feuchter und nährstoffreicher Standorte, vor allem in Flusstälern. Als Wirtspflanzen für den Vollschmarotzer dienen Brennnessel, Hopfen, Winden und andere krautige Pflanzen.

Nessel-Seide Steckbrief

Blütenfarbe: rot, rosa oder purpurn; weiß;
Höhe/Länge von 20cm bis 1m
Blütezeit von Juni bis August
Lebensraum: gestörte Standorte: Schutt- und Kiesplätze, Wege, Straßenränder, Unkrautfluren, Stadt, Pflasterritzen, u.a.; Mittelgebirge; Staudenfluren, mont. und alp. Hochstaudenfluren;
Blattrand: gesägt;
Besonderheiten Blatt/Pflanze: Pflanze ohne Blattgrün; Stengel rankend;
Häufigkeit: sehr selten
Lebensdauer: einjährig;
Höhenstufen: Ebene / Tiefland (0-450m); Mittellage (450-1500m);
Höhenstufe max. in den Alpen: 900m
Nährstoffbedarf: nährstoffreich;
Bodenfeuchte: feucht;

Nessel-Seide Systematik

Abteilung:
Spermatophyta - Samenpflanzen
Unterabteilung:
Angiospermae - Bedecktsamer
Klasse:
Dicotyledoneae (Magnoliopsida) - Zweikeimblättrige
Unterklasse:
Asteridae - Asternähnliche
Ordnungsgruppe:
Tubiflorae - Röhrenblütige
Ordnung:
Polemoniales - Himmelsleiterartige
Familie:
Convolvulaceae
Gattung:
Cuscuta
Art:
europaea

Nessel-Seide Garten / Anbau

Boden Feuchte: feucht;
Boden Nährstoffgehalt: nährstoffreich;
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Literatur

Bildquellenverzeichnis


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