Kahle Melde - Atriplex glabriuscula

Familie: Chenopodiaceae
Steckbrief | Systematik

<b>Kahle Melde - <i>Atriplex glabriuscula</i></b>
Kahle Melde - Atriplex glabriuscula
Bildquelle: Wikipedia User Thiotrix; Bildlizenz: CC BY-SA 3.0;
Wiki Commons Bildbeschreibung: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Atriplex_glabriuscula_Herbar.JPG


Atriplex: Name der Melde bei Plinius, gr. a = verstärkendes Prä­fix, triplex = dreifach (Fruchtform); "Melde"


Die Kahle Melde ist eine einjährige krautige Pflanze. Der niederliegende oder kriechende (selten aufrechte) Stängel ist verzweigt mit oft gegenständigen Zweigen und erreicht eine Länge von meist 30 bis 60 cm (10 bis 100 cm). Der grüne bis blaugrüne Stängel ist gestreift, leicht gerippt und kahl oder zerstreut mit Blasenhaaren beschuppt. Die Laubblätter besitzen bei einer Länge von 0,5 bis 10 cm und einer Breite von 0,3 bis 8 cm eine dreieckige oder lanzen- bis spießförmige Blattspreite. Ihr Blattstiel ist 0,2 bis 2,5 (selten bis zu 3,5) cm lang, der Übergang zur Blattspreite erfolgt abrupt oder schmal keilförmig. Der Blattrand ist ganzrandig oder unregelmäßig buchtig gezähnt.

Die Blütezeit reicht von Juni bis September. Die Blüten stehen in end- oder seitenständigen, unterbrochenen, scheinährigen Blütenständen. Die grünen Blüten stehen in lockeren Knäueln in der Achsel von Tragblättern, welche fast bis zur Zweigspitze deutlich ausgebildet sind. Die Kahle Melde ist einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch). Männliche Blüten enthalten fünf längliche Blütenhüllblätter (Tepalen) und fünf Staubblätter. Weibliche Blüten werden umhüllt von zwei bis zur Mitte verwachsenen rhombischen Vorblättern, die ihre größte Breite in oder kurz unterhalb der Mitte haben. Blütenhüllblätter fehlen den weiblichen Blüten, sie enthalten nur einen Fruchtknoten.

Die Bestäubung erfolgt in der Regel durch den Wind, ist aber auch durch Insekten möglich.
Die Frucht bleibt von den Vorblättern umschlossen, welche an der Basis schwammig verdicken und knorpelig verhärten. Zur Fruchtzeit sind die oft rötlich bis gelbbraun oder schwarz verfärbten Vorblätter eiförmig-dreieckig bis rhombisch-dreieckig mit plötzlich zusammengezogener Spitze und werden bis 13 mm lang. Ihre Oberfläche ist unregelmäßig weichstachelig oder zeigt knötchenartige Anhängsel oder ist glatt, die Aderung ist undeutlich. Der Rand trägt einige unregelmäßige Zähne oder ist ganzrandig.

Die Frucht enthält einen Samen, der schwarz, gelbbraun und rotbraun sein kann (Heterokarpie). Die braunen Samen mit einem Durchmesser von 2,5 bis 4 mm kommen häufiger vor als die nur 1,2 bis 3 mm großen schwarzen Samen.


Standort

Sie benötigt volle Besonnung und zeigt überschwemmten Boden mit übermäßigem Stickstoffgehalt an.

Verbreitung/Vorkommen

Das Verbreitungsgebiet der Kahlen Melde umfasst West-, Mittel- und Nordeuropa, Island sowie das östliche Nordamerika.

Diese nordisch-atlantische Art siedelt meist an den Küsten in Salzpflanzenfluren am Spülsaum und auf Kiesstränden. Die Pflanzensoziologie nennt sie als Kennart des Verbands Salsolo-Honkenyion peploides.

In Deutschland ist die Kahle Melde einheimisch. Während sie in Niedersachsen und Bremen nur als potentiell gefährdet gilt (Rote Liste gefährdeter Arten 4), ist sie in Schleswig-Holstein stark gefährdet (Rote Liste 2) und gilt in Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg sogar als vom Aussterben bedroht (Rote Liste 1).
Dr. Koll Gemmoextrakt: Betula alba - SilberbirkeDr. Koll GemmoKomplex Nr. 3Dr. Koll Gemmoextrakt: Castanea vesca - EsskastanieDr. Koll Gemmoextrakt: Ficus carica - Feige

Literatur

Bildquellenverzeichnis



Diese Webseite verwendet Cookies. Hier erfahren Sie alles zum Datenschutz