Orangerotes Habichtskraut - Hieracium aurantiacum

Familie: Asteráceae - Korbblütler
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Heilpflanze Garten Wildgemüse Bauerngarten Garten-Tip Biogarten Alpenpflanze

Orangerotes Habichtskraut - Hieracium aurantiacum
Orangerotes Habichtskraut - Hieracium aurantiacum
Bildquelle: © Bönisch 2009 - All rights reserved

Hieracium: gr. hierax = Habicht, Abl. aus der gr. Mythologie (die Ha­bich­te schärfen ihre Schnäbel an den Blü­ten); "Ha­bichtskraut"
aurantiacus: orangerot


Orangerotes Habichtskraut - Hieracium aurantiacum; Bildquelle: <a href="http://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Deutschlands Flora in Abbildungen 1796">Deutschlands Flora in Abbildungen 1796</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/publicdomain/deed.de" target=_blank title="Public Domain">Public Domain</a>; Orangerotes Habichtskraut - Hieracium aurantiacum; Bildquelle: © <a href="http://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Bönisch 2009">Bönisch 2009</a> - <b>All rights reserved</b>Orangerotes Habichtskraut - Hieracium aurantiacum; Bildquelle: <a href="http://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Atlas der Alenflora">Atlas der Alenflora</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/publicdomain/deed.de" target=_blank title="Public Domain">Public Domain</a>;

Vegetative Merkmale

Das Orangerote Habichtskraut ist eine mehrjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 15 bis 60 Zentimetern erreicht. Die Art bildet sowohl ober- als auch unterirdische Ausläufer. Die aufrechten Stängel sind mit zahlreichen feinen 2 bis 4 Millimeter langen, dunklen Haaren besetzt und haben eine fein, aber rau behaarte Basis.

An der Stängelbasis befinden sich drei bis acht, gelegentlich auch mehr grundständige Laubblätter, während sich am Stängel keine oder ein, gelegentlich auch mehr Laubblätter befinden. Die Blattspreite ist bei einer Länge von 4,5 bis 16 Zentimetern sowie einer Breite von 1 bis 3,5 Zentimetern spatelförmig bis verkehrt-lanzettlich mit keilförmiger Spreitenbasis und spitz zulaufender Spreitenspitze. Die Spreitenränder sind ganzrandig. Sowohl die Blattunterseite als auch die Blattoberseite sind mit zahlreichen 1 bis 2 Millimeter langen, feinen dunklen Haaren besetzt.

Generative Merkmale

Die Blütezeit erstreckt sich in Nordamerika von Mai bis Juni sowie von August bis September während sie sich in der Schweiz von Juni bis August erstreckt. Der doldenartige Gesamtblütenstand enthält meist zwei bis sieben, gelegentlich auch zwölf oder mehr körbchenförmige Teilblütenstände. Der Blütenstandsschaft ist drüsig behaart. Das bei einer Länge von 0,6 bis 1 Zentimetern glockenförmige Involucrum enthält 13 bis 30, gelegentlich auch mehr an der Unterseite drüsig behaarte Hüllblätter. Die Blütenkörbchen enthalten 25 bis 120 oder mehr Zungenblüten. Die gelborange über orangen bis dunkel orangeroten Zungenblüten sind 1 bis 1,4 Zentimeter lang.

Die Achänen sind bei einer Länge von 1,2 bis 2 Millimetern säulenförmig. Der Pappus besteht aus 25 bis 30 weißen Borstenhaaren, welche 3,5 bis 4 Millimeter lang sind.
Chromosomenzahl

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18, 27, 36, 45, 54, 63 oder 72..



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Standort

Diese Pflanzenart bevorzugt leicht saure, nährstoffarme Magerrasen, Zwergstrauchheiden oder Weiden, ist kultiviert auch in Steingärten zu finden. Sie ist ursprünglich eine Charakterart des Verbands Nardion, kommt aber auch in Pflanzengesellschaften des Verbands Calamagrostion vor. Sie verwildert in mageren Parkrasen und tritt dann auch in Gesellschaften des Verbands Cynosurion auf.

Verbreitung/Vorkommen

Das Orangerote Habichtskraut ist in den Gebirgen Mitteleuropas, Südeuropas und Nordeuropas in Höhen von 1100 bis 3000 Meter heimisch. In den Allgäuer Alpen steigt die Art an den Seeköpfen gegen das Laufbacheck in Bayern bis zu 2000 Meter Meereshöhe auf. In anderen Gebieten Mitteleuropas sowie in Nordamerika und den südöstlichen Teil Australiens ist die Art verwildert.

Verwendung in der Küche

Der Geschmack ist leicht bitter, die Blütenknospen schmecken süßlich. Zusammen erinnern die Geschmacksstoffe an eine bittere Schokolade.

Verwendung in der Pflanzenheilkunde

Die Wirkung dieses Krautes wird als schleimlösend, harntreibend, antibiotisch, krampflösend und entzündungshemmend beschrieben. In der alten Kräuterkunde wird das Habichtskraut innerlich bei Durchfall, grippalen Infekten, Blasen- und Nierenentzündung, Wurmbefall und Nierensteinen eingesetzt, äußerlich zur Wundbehandlung und als Augenspülung.


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Orangerotes Habichtskraut - Garten/Anbau

Boden Beschaffenheit: kalkhaltiger / kalkreicher Boden; lehmiger Boden / Lehmboden; toniger Boden / Tonboden;
Boden PH-Wert: mild; neutral; sauer;
Boden Nährstoffgehalt: nährstoffarm;

Viele Gartenbesitzer schätzen diese hübsche Pflanze als fleißig blühende Wildstaude, die hervorragend als Bodendecker geeignet ist.

Sonstiges

Die orangeroten Blüten werden mit Vorliebe von ähnlich gefärbten Schmetterlingen besucht, vor allem vom Kleinen Fuchs, dem Dukatenfalter und dem Perlmutterfalter. Dies geschieht eventuell aus Tarnungsgründen.

Literatur




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