Blutroter Hartriegel
Der Blutrote Hartriegel ist ein Strauch, der Wuchshöhen von 1 bis maximal 5 Meter erreicht. Die gegenständigen Laubblätter sind mit einer Länge von bis zu 10 Zentimeter oval mit bogiger Blattnervatur. Die Blattachseln sind nicht behaart (keine Domatien).
Der Blutrote Hartriegel blüht von Mai bis Juni. Die weißen und stark duftenden Blüten sind zwittrig. Sie werden von verschiedenen Bienenarten bestäubt oder es liegt Selbstbestäubung vor.
Fruchttragend ist dieser Strauch von August bis September. Die ungiftigen Steinfrüchte sind etwa erbsengroß und werden zur Reife schwarz. Die Früchte werden von Vögeln und einigen Säugetieren gefressen.
Ökologie
Der Rote Hartriegel kann 30 bis 40 Jahre alt werden. Die jungen Zweige haben eine dünne, assimilierende, primäre Rinde, diese wird in Schatten gelblichgrün, an der Sonnenseite und vor allem im Herbst und Winter durch Anreicherung von Anthocyan blutrot. Es liegt eine VA-Mykorrhiza vor. Die Vegetative Vermehrung erfolgt durch Wurzelausläufer sowie durch als Bogentriebe herabgesenkte Zweige, die sich unter Laub leicht bewurzeln, so besonders in feuchtschattigen Wäldern, wo der Rote Hartriegel kaum blüht. Der Rote Hartriegel lässt sich auch problemlos durch Stecklinge vermehren.
Blütenökologisch handelt es sich um homogame, nektarführende Scheibenblumen mit einem unangenehmen fischartigen Geruch, hervorgerufen durch Methylamin. Die Bestäubung erfolgt durch größere Insekten, z. B. durch Fliegen, Wildbienen der Gattungen Andrena, Lasioglossum, Osmia und Käfer. Auch Selbstbestäubung findet statt.
Die Ausbreitung der Früchte erfolgt durch Vögel wie Singdrossel, Amsel, Wacholderdrossel, Rotkehlchen, Dorngrasmücke, Star, Elster, Blaumeise, Gimpel und Fasan.[4]
Verwendung in der Küche
Die Früchte sind trotz anderslautender Berichte nicht giftig[8], roh jedoch ungenießbar. Sie enthalten einen hohen Anteil an Vitamin C und werden zur Herstellung von Fruchtsäften und Marmelade verwendet.
Der Rote Hartriegel wird häufig aufgrund seiner bemerkenswerten Blüten als Zierpflanze verwendet.
Die Blatthaare sind mit Calciumcarbonat überzogen, das bei Berührung mit empfindlichen Stellen der Haut zu Reizerscheinungen führen kann. Die Früchte sind roh ungenießbar, jedoch nicht giftig. Sie können jedoch roh gegessen bei Kindern möglicherweise eine Gastroenteritis bewirken.
| Giftige Pflanzenteile | Frucht, Blatt oder Stängel |
| Giftigstes Pflanzenteil | Wurzel oder Knolle |
| Giftstoffe | Glykoside (Glycoside), Terpene, Aromaten, Iridoidglykoside, Flavonglykoside, Polyphenole |
Erste Symptome
Übelkeit
Folgesymptome
Bauchschmerzen, Magen-Darm-Störungen, Blähungen
Symptome bei Hautkontakt
Hautreizung, Rötung
Sofortmaßnahmen
sofort Gabe von 10g Kohle-Pulver (Kohle-Pulvis), viel Wasser trinken
Standort
In Mitteleuropa ist er weitverbreitet. Er bevorzugt kalkhaltige Böden und wächst oft an Waldrändern oder Fließgewässern.
Verbreitung & Vorkommen
Die Heimat des Blutroten Hartriegels liegt in Europa und Kleinasien.
Inhaltsstoffe
Die Blüten und Laubblätter enthalten ein Flavonglykosid, Gallussäure und Ellagsäure. Destillate aus den Blättern sind reich an Salicylsäure. Wurzeln und Zweige enthalten Verbenalin. Frische Früchte enthalten einen Anthocyankomplex.
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