Mutterkraut - Tanacetum parthenium

Familie: Asteráceae
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Heilpflanze Duftpflanze Teepflanze Wildgemüse Bauerngarten Bienenblume Mischkultur Biogarten verwildernde Zierpflanze Pionierpflanze

<b>Mutterkraut - <i>Tanacetum parthenium</i></b>
Mutterkraut - Tanacetum parthenium
Bildquelle: © Bönisch 2012 - All rights reserved

Tanacetum: mittelalterlicher Pflanzenname (tanazita), Abl. un­klar; "Rain­farn"

andere Namen: Syn. Chrysanthemum parthenium (L.) Bernh., Matricaria parthenium L., Pyrethrum parthenium (L.), Römische Kamille, Falsche Kamille, Zierkamille, Fieberkraut, Mettram

Mutterkraut wurde bereits von Dioskurides im 1. Jahrhundert als Heilkraut beschrieben. Im Mittelalter wurde es gegen Fieber und Kopfschmerzen eingesetzt. Der Name kommt von seiner Verwendung bei Schwangerschaftsbeschwerden – es löst die Menstruation aus und die Ablösung der Plazenta.

Mutterkraut - Tanacetum parthenium; Bildquelle: © <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Bönisch 2012">Bönisch 2012</a> - <b>All rights reserved</b>Mutterkraut - Tanacetum parthenium; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Franz Eugen Köhler, in Köhlers Medizinal-Pflanzen 1887">Franz Eugen Köhler, in Köhlers Medizinal-Pflanzen 1887</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>;

Mutterkraut (Tanacetum parthenium, syn. Chrysanthemum parthenium) ist eine Pflanze aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae).
Das Mutterkraut ist 30 bis 80 Zentimeter hoch und riecht stark aromatisch. Der Stängel ist gerippt und oben verzweigt. Die Blätter sind zart, hellgrün, fast unbehaart, eiförmig und dabei gefiedert bis fiederspaltig. Die Blütenköpfchen sind meist gefüllt, 13 bis 22 Millimeter im Durchmesser und stehen zu fünf bis 30 in lockeren Doldenrispen. Die Zungenblüten sind weiß, die Röhrenblüten gelb; sie erinnern ein wenig an die Kamille.


Standort

Als Standorte werden lehmige, nährstoffreiche Böden bevorzugt; beispielsweise wächst das Mutterkraut dort in ruderalen Gras- und Staudenfluren. Auch in alten Bauerngärten kommt die Art vor, weshalb es viele, teilweise verwilderte Gartenformen der Pflanze gibt.

Verbreitung/Vorkommen

Ursprünglich war das Mutterkraut im östlichen Mittelmeergebiet beheimatet. Aufgrund ihrer historisch langen Nachweisbarkeit in Mitteleuropa wird die Art als Archäophyt eingestuft. Sie gilt hier als nicht winterhart.

Heimat

östliches Mittelmeergebiet

Verwendung in der Küche

Wegen des bitter-aromatischen Geschmacks werden sie gerne mit auf Brot gelegt.

Verwendung in der Pflanzenheilkunde

Die Blätter des Mutterkrauts vermindern nachweislich das Auftreten von Migräneanfällen, wenn sie über Wochen regelmäßig prophylaktisch eingenommen werden.
Sie sollen außerdem beruhigend und verdauungsfördernd wirken und Parasiten im Darm bekämpfen. Äußerlich angewendet sollen sie auch gegen Hauteiterungen helfen und Insekten abwehren.
Die enthaltenen Parthenolide hemmen die Bildung von Prostaglandinen und wirken auf das Serotonin. Sie werden neuerdings auch als mögliche Grundlage eines neuen Medikamentes gegen Leukämie angesehen.
Mutterkraut ist als Fertigpräparat erhältlich; eine übliche Dosis ist 50–120 mg Extrakt als Pulver.
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Mutterkraut - Garten/Anbau

Lichtanspruch: Halbschatten; Licht;
Boden Beschaffenheit: lehmiger Boden / Lehmboden;
Boden Feuchte: frisch;
Boden Nährstoffgehalt: nährstoffreich;
Gute Nachbarn: Garten-Petunie - Gewöhnliche Wiesen-Schafgarbe - Tagetes -

Es lässt sich leicht im eigenen Garten ziehen, um die Blätter direkt zu verwenden.

Mutterkraut in
Kräuterbuch von Jacobus Theodorus "TABERNAEMONTANUS" anno 1664


Auszug aus "New vollkommenlich Kräuter-Buch : mit schönen und künstlichen Figuren aller Gewächs der Baümen, Stauden und Kräutern...:das erste [-das ander und dritte] Theil darinn viel und mancherley heilsamer Artzeney vor allerley innerlichen und eusserlichen Kranckheiten, beyde der Menschen und des Viehes sampt ihrem nützlichen Gebrauch beschrieben werden.../ durch Iacobum Theodorum Tabernaemontanum... ; das ander und dritte Theil...verbessert durch Hieronymum Bauhinum... ; mit sehr nutzlichen Marginalien, Synonimis, newen Registern und anderm vermehret durch Hieronymum Bauhinum..."

Tabernaemontanus M.DC.LXIV (1664): Das Erste Buch Von Kraeutern S28, Mettram, Artemisia tenuifolia

Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999

Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999

Literatur

Bildquellenverzeichnis



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