Beblättertes Läusekraut
Die mehrjährige krautige Pflanze erreicht Wuchshöhen zwischen 20 und 50 Zentimeter und hat einen einfachen, behaarten, aufrechten, nur in der oberen Hälfte beblätterten Stängel. Die Blätter sind breit lanzettlich, doppelt bis dreifach fiederteilig, oberseits kahl, unterseits behaart.
Die Blüten stehen in einer dichten Ähre und werden von den deutlich längeren Hochblättern (Name!) überragt. Die unteren Hochblätter sind wie die Laubblätter, die oberen sind weniger geteilt. Der Kelch ist häutig und auf den Nerven und am Rand behaart. Die Kelchzähne sind ungleich, breit dreieckig und ungeteilt. Die Krone ist blassgelb und 20 bis 30 mm lang. Die Kronenröhre überragt den Kelch. Die Oberlippe hat keinen Schnabel, sie ist fast gerade, wollig behaart mit offenem Schlund und stumpf. Die Fruchtkapsel ist eiförmig mit kurzer Spitze und überragt den Kelch etwas.
Blütezeit ist von Juni bis Juli.
Die Chromosomenzahl der Art ist 2n = 16.
Läusekrautpflanzen schmecken brennend scharf und riechen unangenehm, daher werden sie vom Weidevieh gemieden. Der Verzehr soll Darmentzündungen und Blutharnen verursachen. Läusekrautpflanzen schmecken brennend scharf und riechen unangenehm, daher werden sie vom Weidevieh gemieden. Der Verzehr soll Darmentzündungen und Blutharnen verursachen.
| Giftige Pflanzenteile | ganze Pflanze |
| Giftigstes Pflanzenteil | Samen |
| Giftstoffe | Iridoidglykoside |
Folgesymptome
Durchfall, Koliken, Blut im Urin (Hämurie), Blutungsneigung, Magen-Darm-Entzündung (Gastroenteritis)
Sofortmaßnahmen
sofort Gabe von 10g Kohle-Pulver (Kohle-Pulvis), Erbrechen lassen, viel warmen Tee trinken, Himbeersaft trinken
Standort
Die kalkliebende Art bevorzugt feuchte Böden, Rasen, Bachränder und Hochstaudenfluren in Höhenlagen zwischen 1000 und 2400 m. Ist in den Alpen (vor allem Nordalpen) und insgesamt von den Pyrenäen bis zum Balkan verbreitet.
Sie ist in Mitteleuropa eine Caricion-ferrugineae-Verbandschrakterart und kommt besonders gern zusammen mit Anemone narcissiflora vor. Man findet sie aber auch in Gesellschaften der Verbände Erico-Pinion, Caricion davallianae oder Calamagrostion arundinaceae
In den Allgäuer Alpen steigt sie am Schochen in Bayern bis zu 2100 m Meereshöhe auf.
Verbreitung & Vorkommen
Das Beblätterte Läusekraut ist in den Alpen (vor allem Nordalpen) und insgesamt von den Pyrenäen bis zum Balkan verbreitet.
Inhaltsstoffe
Alle Pflanzenteile, vor allem die Samen, sind durch Aucubin giftig. Alle Pflanzenteile, vor allem die Samen, sind durch Aucubin giftig. Aucubin ist ein häufiger sekundärer Pflanzenstoff aus der Gruppe der Iridoide. Es ist ein Glykosid des Aglykons Aucubigenin mit einer Einheit Glucose. Wie andere Monoterpene wird das Aglykon aus zwei Isopreneinheiten mit je fünf Kohlenstoffatomen in der Pflanze synthetisiert. Im Gegensatz zu dem C10-Grundkörper der Iridoide besitzt das Aucubingrundgerüst nur neun Kohlenstoffatome, da eine Methylgruppe während der Biosynthese zur Carbonsäuregruppe oxidiert und dann als Kohlenstoffdioxid abgespaltet wird.
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